Sa., 18.05.2019

Sanierung der Markthalle: Rat thematisiert Moos auf dem Dach und Kostendisziplin Kritik an Mehrausgaben blieb verhalten

Noch führen hier die Handwerker Regie: Doch mit der Neueröffnung am 31. August soll die »neue alte Markthalle« laut Pro Herford »zum Ort des Genießens, des Erlebens und der Begegnung, zum Dreh- und Angelpunkt im Herzen Herfords werden«.

Noch führen hier die Handwerker Regie: Doch mit der Neueröffnung am 31. August soll die »neue alte Markthalle« laut Pro Herford »zum Ort des Genießens, des Erlebens und der Begegnung, zum Dreh- und Angelpunkt im Herzen Herfords werden«. Foto: Peter Schelberg

Von Peter Schelberg

Herford (WB). Die Grunderneuerung der Markthalle wird voraussichtlich 5,54 Millionen Euro kosten – und damit 16,5 Prozent mehr als im Baubudget vorgesehen. Der Rat nahm die neuen Zahlen zur Kenntnis – und hielt sich mit Kritik zurück.

Ursprünglich waren die Planer von 4,75 Millionen Euro Gesamtkosten ausgegangen – eine Zahl, die wegen einer überhitzten Konjunktur im Handwerk und diverser »Überraschungen« beim Bauen im Bestand nicht zu halten war. Dieter Wulfmeyer verwies am Freitag darauf, dass die Kostenschätzung aus dem Jahr 2015 stamme: »Seitdem verzeichnen wir einen rasanten Anstieg der Baupreise«, betonte der Wirtschaftsförderer.

Aufschläge von mehr als 20 Prozent in einzelnen Gewerken

In einzelnen Gewerken habe es Aufschläge von über 20 Prozent gegeben. Hinzu kamen Nachträge – beispielsweise durch zusätzlichen Aufwand beim Einbau der Dachfenster. Kostentreiber seien zudem behördliche Auflagen: Da an einigen Ständen rohe Ware verarbeitet werden soll, habe die Lebensmittelüberwachung des Kreises zur Auflage gemacht, »dass wir diese Stände mit einem zusätzlichen Dach ausstatten, damit kein Schmutz von oben auf die Lebensmittel fallen kann«, erläuterte Wulfmeyer. Auch Strom- und Lüftungsleitungen mussten verändert werden: »Die Kostensteigerungen sind nicht schön, aber erklärbar.«

CDU-Fraktionschef hakt nach: Moose als Feinstaubkiller

CDU-Fraktionschef Wolfgang Rußkamp hakte mit Blick auf die Kosten nach, warum das Gerüst lange Zeit nicht benutzt wurde – und hinterfragte die Reinigung der Dachfläche in Zeiten steigenden Umweltbewusstseins: »Wenn Moose als größter Feinstaubkiller in Städten gelten, warum lässt man die nicht auf dem Dach?«

Das Gerüst werde für unterschiedliche Gewerke benötigt, die gestuft abgearbeitet würden, antwortete Wulfmeyer. Auch witterungsbedingt habe es Unterbrechungen gegeben. Das Gerüst zwischenzeitlich abzubauen, hätte Mehrkosten verursacht.

Und ein vermoostes Dach mochte sich Bürgermeister Tim Kähler nicht vorstellen: »Schließlich wollen wir die Markthalle in neuem Glanz erscheinen lassen. Daher war es folgerichtig, das Dach zu reinigen. Außerdem haben wir in Herford keine Feinstaub-Problematik.«

Grüne fordern mehr Finanzdisziplin

Angesichts der Mehrkosten von knapp 800.000 Euro forderte Herbert Even (Grüne) mehr Finanzdisziplin. Und Fraktionskollege Claudio Vendramin regte an: »Bei den Baukosten müssen für Unvorhergesehenes von vornherein größere Beträge eingeplant werden.«

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