Di., 11.06.2019

Baufirma nennt langsamen Ausbau der Salzufler Straße als Grund – harte Kritik an der Stadt Herford Obi-Markt eröffnet ein Jahr später

Großprojekt auf 22.000 Quadratmetern: So sah die Obi-Baustelle an der Salzufler Straße im Februar 2019 aus.

Großprojekt auf 22.000 Quadratmetern: So sah die Obi-Baustelle an der Salzufler Straße im Februar 2019 aus. Foto: Moritz Winde

Herford (WB/ptr). Der langwierige Ausbau der Salzufler Straße sorgt wohl für eine Terminverschiebung bei der Eröffnung des Obi-Marktes, der auf dem ehemaligen Corsmann-Areal entsteht.

Die für die Errichtung des Baumarktes zuständige Schoofs-Gruppe aus dem niederrheinischen Kevelaer teilt mit, man werde die Arbeiten nach jetzigem Sachstand erst im Sommer 2020 wieder aufnehmen, um OBI seine neue Filiale passend zur Eröffnung im März 2021 liefern zu können. Das ist ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Sauer ist das Unternehmen vor allem auf die Stadt Herford, spricht von »Tohuwabohu bei der Erneuerung der Salzufler Straße« und kritisiert mit »ungebührlicher Gleichgültigkeit behandelt« worden zu sein. Man entwickle seit 30 Jahren SB-Märkte, Geschäftshäuser, Fachmarktzentren sowie Bau- und Heimwerkermärkte in zahlreichen Städten. Nie zuvor haben man »solch einen schädlichen Umgang von Seiten derer, die eigentlich solche Entwicklungen unterstützen sollten«, erfahren.

Zeitpuffer von einem halben Jahr reichte nicht

Der Obi-Markt, der auf dem 22.000 Quadratmeter großen ehemaligen Corsmann-Areal entsteht, soll eine Mietfläche von 10.000 Quadratmetern haben und einen Parkplatz für 220 Fahrzeuge vorhalten. Als die Baugenehmigung im Sommer 2017 erteilt worden sei, sei allen Projektbeteiligten bekannt gewesen, dass die Salzufler Straße erneuert und ausgebaut wird. Die Stadt Herford habe den Landesbetrieb Straßen.NRW damit beauftragt, schreibt die Schoofs-Gruppe.

In Abstimmung mit Obi und der Stadtverwaltung sei festgelegt worden, dass der Bereich von der Wiesestraße bis zum neuen Baumarkt bei Eröffnung gut befahrbar sein muss. Der Plan der Stadtverwaltung habe vorgesehen, dass dies bis September 2019 erledigt sei. Da Obi neue Filialen ohnehin nur im März zum Beginn der Gartensaison eröffnet, habe es zusätzlich einen Zeitpuffer von einem halben Jahr (September 2019 bis März 2020) gegeben.

Mit diesem Zeitplan im Rücken habe man mit dem Abbruch des Corsmann-Gebäudes begonnen und ab Februar 2019 dann mit den Erdarbeiten. Parallel dazu sei das Betonwerk Werste mit der Fertigung der Stahlbeton- und Spannbetonfertigteile für den Rohbau beauftragt worden. Im April 2019 sei mit der Stellung des Rohbaus begonnen worden. Zu diesem Zeitpunkt sei vorgesehen gewesen, das Bauwerk im Februar 2020 an Obi zu übergeben – für die Eröffnung einen Monat später.

Baustelle soll nun für mehrere Monate ruhen

Trotz diverser Nachfragen habe man über Monate keine Informationen zum Fortgang der Straßenbaumaßnahme erhalten. Im Mai 2019 habe die Stadtverwaltung dann mit der Aussage überrascht, dass die Bauabschnitte verschoben wurden und mit der Fertigstellung des für die Eröffnung des Obi benötigten Bereichs frühestens im Sommer 2020 gerechnet werden könne. Sämtliche Bemühungen, eine Verschiebung der Bauabschnitte oder zumindest die Halbsperrung der Straße zu erreichen, seien auf »keine Bereitschaft der positiven Mitwirkung« gestoßen.

Man sehe sich deshalb gezwungen, die Baustelle nun über Monate hinweg ruhen zu lassen. Denn es sei ohne jeglichen Sinn und Zweck, ein für viele Millionen fertiggestelltes und ausgebautes Objekt über einen langen Zeitraum nutzlos vorhalten und auch bewachen lassen zu müssen.

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