Mi., 12.06.2019

Stellungnahme von Herforder Initiatoren einer Online-Petition zu künftigen Kita-Beiträgen Eltern zeigen sich enttäuscht

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Herford (WB/pjs). Das Ziel der Stadt, mehr Familien vom Kita-Beitrag zu befreien, begrüßt Ricarda Heeper, Initiatorin der Online-Petition »Fair geht anders« , in einer Stellungnahme ausdrücklich. Entschieden abgelehnt werde aber der Finanzierungsplan für das Vorhaben.

»Dieser beruht ausschließlich darauf, alle anderen Familien überdurchschnittlich zur Kasse zu bitten«, kritisiert die Initiatorin der Petition, die inzwischen 1922 Unterstützende hat, davon 979 aus Herford.

Ein Kritikpunkt gelte der Tatsache, dass Beitragserhöhungen beschlossen werden sollen, lange nachdem die Betreuungsverträge geschlossen wurden: »Die Anmeldungen für das Kita-Jahr 2019/20 fanden bereits im November 2018 statt. Auch Veränderungswünsche in den Betreuungszeiten der Kinder, die zu diesem Zeitpunkt bereits in der Kita waren, mussten im November 2018 angegeben werden. Alle Familien haben sich also bereits im November 2018 zusammengesetzt und – oft Spitz auf Knopf – mit den aktuellen Beitragssätzen berechnet, was sich die Familie leisten kann und will.«

Steigerungshöhe sei nicht zu rechtfertigen

Auch wenn die Beiträge seit 2008 nicht mehr erhöht wurden, sei eine Beitragssteigerung von bis zu 38,8 Prozent nicht zu rechtfertigen. Der Bund der Steuerzahler habe 2018 alle Elternbeiträge in NRW und Erhöhungen verglichen: Die Steigerungen lagen danach zwischen 1 und 3 Prozent.

Die Haltung einiger Fraktionen zur Satzungsänderung enttäusche die Eltern: »Die Finanzierung der Beitragsbefreiung einiger Familien ist aus unserer Sicht ein Thema der Priorisierung und der inneren Einstellung. Das Wort ›investiv‹ lässt sich sicher sehr individuell auslegen«, nimmt Ricarda Heeper Bezug auf eine Stellungnahme des SPD-Fraktionschefs Horst Heining: »Sollte der Mensch nicht immer vor Beton kommen? Die Aussage, eine Investition in Kita-Beiträge wäre für die Stadt verlorenes Geld, lässt ernsthafte Zweifel an einer sozialen Ausrichtung aufkommen. Die nachhaltig positiven Auswirkungen der Kinderbetreuung in der Kita sind wissenschaftlich mehrfach belegbar. Und natürlich führt die Kita-Betreuung langfristig zu einem gesellschaftlichen Nutzen und Mehrwert.« Zudem stelle sich die Frage, wo hier der Unterschied zu Schulen und Universitäten zu sehen sei.

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6684468?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F