Do., 13.06.2019

Entlang der Vlothoer Straße sind zwei Kreisel sowie Radwege geplant Auf dem Stiftberg sollen 50 Bäume fallen

Links und rechts der Vlothoer Straße ragen die alten Bäume in den Straßenraum. Bis zu 50 Bäume will die Stadtverwaltung fällen, damit auf dem Stiftberg zwei neue Kreisel sowie Radwege gebaut werden können.

Links und rechts der Vlothoer Straße ragen die alten Bäume in den Straßenraum. Bis zu 50 Bäume will die Stadtverwaltung fällen, damit auf dem Stiftberg zwei neue Kreisel sowie Radwege gebaut werden können. Foto: Winde

Von Ralf Meistes

Herford (WB). Die Stadtverwaltung will 50 Bäume auf dem Stiftberg fällen. Sie sollen der geplanten Umgestaltung der Vlothoer Straße weichen.

Sitzung des Verkehrsausschusses am 25. Juni

In der Sitzung des Verkehrsausschusses sollen die Pläne am Dienstag, 25. Juni, vorgestellt werden. Noch liegen die Unterlagen der Politik nicht vor, doch unter den Ratsmitgliedern rumort es bereits gewaltig.

Kreisel vor dem Königin-Mathilde-Gymnasium

Nach Informationen dieser Zeitung möchte die Stadt im Bereich der Straßengabelung Vlothoer Straße/Stadtholzstraße einen Kreisel errichten, der auch zur Entlastung des Verkehrs vor dem dortigen Königin-Mathilde-Gymnasium beitragen soll.

Ein zweiter, kleinerer Kreisel soll im Bereich Vlothoer Straße/Stuckenbergstraße entstehen. Darüber hinaus sollen links und rechts der Vlothoer Straße Radwege gebaut werden. Um die Maßnahmen umzusetzen, sollen 50 von 96 Bäumen gefällt werden, die sich in dem Bereich befinden.

Politik rechnet mit Gegenwind

Für einige Ratsmitglieder ein echter Kahlschlag, zumal die Stadt Herford in der Ratssitzung im Mai den Klimanotstand ausgerufen hatte. Mit der Resolution verpflichtet sich die Stadt, bei Entscheidungen die Auswirkungen auf Klima und ökologische Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Nun gilt der Ausbau des Radwegenetzes in der Stadt ja auch als wichtiger Beitrag für eine klimafreundlichere Zukunft. Allerdings gibt es Stimmen aus dem Stadtrat, die noch vor der Offenlage der Pläne fordern, diese noch mal zu überarbeiten. Es müsse intelligentere Lösungen geben, als 50 Bäume abzuholzen, die zum Teil seit Jahrzehnten auf dem Stiftberg stehen.

Alte Mauer mit Zaun muss bleiben

Allerdings seien die Möglichkeiten der Straßenplaner begrenzt. Schließlich befindet sich entlang der ehemaligen Wentworth-Kaserne eine Mauer mit Zaun, die nicht abgerissen werden darf, weil er unter Denkmalschutz steht. Das schränke die Möglichkeiten für den Radwegebau ein.

Noch in dieser Woche sollen die Unterlagen an die Mitglieder des Verkehrsausschusses verschickt werden. Spätestens dann werden sich auch die Naturschutzverbände zu Wort melden, heißt es aus der Politik. Mehrfach hatte es in der Vergangenheit Protest wegen geplanter Abholzaktionen gegeben.

Naturschützer haben mehrfach protestiert

So sind im Zuge der Umgestaltung des Wilhelmsplatzes 36 Bäume gefällt worden. Auch bei der Gestaltung des Neuen Marktes mussten alte Bäume weichen. Das Gleiche galt im Februar 2016, als im Zuge des Umbaus des ehemaligen Kaufhofs mehrere Linden in der Brüderstraße gefällt worden sind.

Kommentar:

50 Bäume für zwei Kreisel und Radwege – ist das wirklich die beste Lösung? Es klingt grotesk, die Mauer mit Zaun entlang der Wentworth-Kaserne soll stehen bleiben, dafür müssen die Bäume weichen, weil es ansonsten nicht genügend Platz für die Radwege entlang der Vlothoer Straße gibt. Die Mauer mit Zaun darf aufgrund des Denkmalschutzes nicht angetastet werden, etliche Bäume dürften es aufgrund der Baumschutzsatzung eigentlich auch nicht. Nur ist es leichter, die Baumschutzsatzung als den Denkmalschutz auszuhebeln. Das ist bedauerlich. Neue Lösungen müssen her. Ralf Meistes

Kommentare

Auf dem Stiftberg sollen 50 Bäume fallen

Sollte das passieren, ist es ein Skandal. 50 Bäume zu fällen für zwei Kreisel, deren Sinnhaftigkeit fragwürdieg ist, und für einen neuen Radweg, der zwar wünschenswert wäre, aber nicht unter diesen Bedingungen.
Sieht so eine Entscheidung im Hinblick auf ökologische Nachhaltigkeit aus?
Da wurde wohl etwas nicht verstanden.

nun ja

so sind nun mal die Poltiker, sicherlich hat Straßen NRW-die Baumfällspezialisten und Dokumentenveränderer da gesagt, das muss gefällt werden. Und Natur ist denen allen ein Fremdwort. Nun ja wenn man Millionen km² Urwald rodet,muss man das auch hier dürfen. Oder werden 100 neue Bäume gepflanzt?Kosten übernehmen die Poltiker und die Straßenbaubehörder.

2 Kommentare

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