Mi., 12.06.2019

Chrissie und Kevin Kelly erzählen aus ihrem Leben Deutsch-englische Liebe kennt kein Ende

Chrissie Kelly (69) schwärmt für die Queen – und für ihren Ehemann Kevin (70). Am 13. Juni nehmen beide im Pöppelmann-Haus ab 19 Uhr an einer Zeitzeugen-Runde teil.

Chrissie Kelly (69) schwärmt für die Queen – und für ihren Ehemann Kevin (70). Am 13. Juni nehmen beide im Pöppelmann-Haus ab 19 Uhr an einer Zeitzeugen-Runde teil. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Angeln verbindet – im Fall der Kellys sogar fürs gesamte Leben. Denn auf der Feier eines englischen Angelvereins lernten sich die späteren Ehepartner kennen.

Aus Liebe zum Angeln

Eine deutsch-britische Freundschaft der ganz besonderen Art hat so im Jahr 1973 ihren Anfang genommen. Und wenn Chrissie und Kevin Kelly über ihre Erlebnisse mit Deutschen und Briten erzählen, kommen sie so schnell an kein Ende. Für die Museumsleiterin Sonja Langkafel sind die beiden daher ideale Ansprech- und Erinnerungspartner für die Ausstellung »Briten in Westfalen«.

»Open the Door« heißt die Veranstaltung, an der die Kellys am 13. Juni ab 19 Uhr im Pöppelmann-Haus teilnehmen. Mit anderen deutsch-britischen Paaren geben sie Einblicke in ihren einstmaligen Alltag. Das Angeln, das seinen Höhepunkt im Angeln des Partners fand, ist nur eine der Kelly-Geschichten.

Kevin Kelly statt Mick Jagger

Dass die junge Frau ihre Liebe zu England über die Musik entdeckte, ist ein anderes Thema. Noch heute schwärmt Chrissie Kelly von dem Stones-Konzert, in dem sie nur wenige Meter von Mick Jagger entfernt war. Einige Jahre später trat Kevin Kelly in ihr Leben – und die Jagger-Euphorie war Geschichte.

Den ersten Kontakt zu Engländern hatte sie über ein Geschäft für Bürobedarf am Gänsemarkt. Ihr Vater Wendt Groll war der Inhaber und die Heranwachsende, die in der Schule Englisch lernte, wurde zu Rate gezogen, wenn britische Kunden im Laden waren.

Vier Telefone gleichzeitig

Später arbeitete sie beim Britischen Verbindungsoffizier. Dies war eine Anlaufstelle außerhalb der Kaserne, die sich an Briten und Deutsche richtete. »Da konnte ein Soldat anrufen, weil er einen Mülleimer brauchte, oder jemand, der Probleme mit der deutschen Sprache hatte«, sagt Chrissie Kelly. Sie habe vier Telefone gehabt und über die damalige Zeit könne sie stundenlang reden.

Aber Ehemann Kevin muss ja auch zu Wort kommen. 1972 kam er nach Herford, wegen einer Verletzung musste er 1982 seine Soldatenlaufbahn beenden. Was lag bei der gemeinsamen Angel-Vergangenheit näher, als ein Angel-Fachgeschäft auf dem Stiftberg zu eröffnen? Doch später heuerte Kevin Kelly wieder bei den Briten an, begann als Wachmann und stieg sogar zum Sicherheits-Chef auf.

Viele Facetten deutsch-britischen Lebens haben die Partner so kennengelernt. Für die Ausstellung »Briten in Westfalen« (bis 14. Juli) haben sie zudem Exponate – von Schildern bis zur Posttasche – zur Verfügung gestellt.

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