Fr., 14.06.2019

Tiefe Bestürzung nach Unfalltod des Herforder Eishockey-Spielers HEV-Chef: »Es ist eine große Tragödie«

Nicht zu halten: Alexander Seel im Trikot des Herforder Eishockey-Vereins. Viele Jahre ging er für den Club auf Torejagd – sogar in der Junioren-Bundesliga. An der letzten Regionalliga-Meisterschaft hatte er großen Anteil.

Nicht zu halten: Alexander Seel im Trikot des Herforder Eishockey-Vereins. Viele Jahre ging er für den Club auf Torejagd – sogar in der Junioren-Bundesliga. An der letzten Regionalliga-Meisterschaft hatte er großen Anteil. Foto: Nolting

Von Moritz Winde

»Es ist eine Tragödie. Meine Gedanken sind bei seinen Eltern. Es gibt nichts Schlimmeres, als sein Kind zu verlieren«, sagt Clubchef Uwe Johann. Der Vorstand sei am Abend während seiner Sitzung telefonisch über die dramatischen Geschehnisse informiert worden. Alle seien völlig schockiert gewesen. Bei der Jahreshauptversammlung am Dienstag soll es eine Schweigeminute geben.

Verein macht Unglück öffentlich

Alexander Seels Bruder (22) verlor auf einer Landstraße in Verl aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über das Auto und prallte gegen einen Brückenpfeiler. Foto: Müller

Alexander Seel war als Beifahrer zuvor in einen Unfall verwickelt gewesen. Sein 22-jähriger Bruder verlor auf der Bleichestraße in Verl die Kontrolle über den schwarzen Kleinwagen und krachte gegen einen Brückenpfeiler. Vermutlich unter Schock kletterte der 26-Jährige die Böschung zur A2 hoch, sprang über die Leitplanke und wurde dann von einem 40-Tonner überfahren.

Die Brüder sollen auf dem Weg zum Flughafen gewesen sein, von wo Alexander Seel einen Mallorca-Urlaub antreten wollte. Der 22-Jährige wurde schwer verletzt und noch am selben Tag im Bielefelder Krankenhaus Gilead operiert.

Der HEV machte das Unglück am Donnerstagmorgen auf der Homepage und bei Facebook öffentlich. Darin heißt es: »Mit tiefer Bestürzung haben wir erfahren, dass unser langjähriger Spieler Alexander Seel im Alter von 26 Jahren verstorben ist.«

er junge Mann habe über viele Jahre das Herforder Eishockey geprägt und sei maßgeblich am Meistertitel der letzten Saison beteiligt gewesen. »Ein echter Herforder Junge!«

Co-Trainer war wie ein großer Bruder

Auf der A 2 kurz vor dem Rastplatz Obergassel kam Alexander Seel am frühen Mittwoch mittag ums Leben. Vermutlich unter Schock lief der 26-Jährige vor einen Lastwagen. Foto: Müller

Uwe Johann beschreibt Alexander Seel, der im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern von Russland nach Deutschland gekommen sei, als lebensfrohen und humorvollen Typen. »Er hatte den Schalk im Nacken und hat immer wieder überraschende Dinge getan. Ihm konnte man einfach nie böse sein.«

Eine besondere Beziehung zu dem 26-Jährigen hatte Dennis Schmunk. Der HEV-Co-Trainer war so etwas wie der große Bruder. »Ich konnte ihm auch mal ‘ne richtige Ansage machen. Es ist unfassbar, dass er plötzlich nicht mehr da ist.«

Der 39-Jährige holte Donnerstagmittag auf Wunsch der Familie persönliche Dinge aus der Wohnung im Herforder Otternbuschweg, die der Verein seinem Schützling zur Verfügung gestellt hatte.

Schmunk spielte selbst viele Jahre für den HEV auf hohem Niveau. Er sagt: »Alex aber hatte viel mehr Talent als ich und absolvierte sogar Probetrainings bei russischen Top-Clubs. Der Junge hat für den Sport gelebt.« Seel schaffte es bis in die Junioren-Bundesliga.

Als »hilfsbereiten und feinen Kerl« behält ihn HEV-Nachwuchsleiter Olaf Krüger in Erinnerung. »Man konnte ihn um alles bitten, Er war immer zur Stelle.«

Und Alexander Lindt (27), einer seiner besten Kumpel und Teamkollege, sagt: »Wir waren schon als kleine Jungs zusammen auf dem Eis. Er war extrem ehrgeizig und hatte seine Ziele fest im Blick. Sein Tod macht mich tieftraurig. Alex wird fehlen.«

Co-Trainer Dennis Schmunk (links) und Nachwuchsleiter Olaf Krüger vor Alexander Seels Wohnung. Auf Wunsch der Familie holen sie persönliche Dinge des Verstorbenen. Foto: Moritz Winde

 

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