Fr., 14.06.2019

Stück von Heckmanns im Friedrichs-Gymnasium – Autor besucht Aufführung Das Leben ist Theater

Das Internet in Person von Herrn Google (Hintergrund) ist immer dabei. Das Stück von Martin Heckmanns, das am 14. Juni noch einmal zu sehen ist, handelt vom Leben in der Überinformationsgesellschaft. Im Mittelpunkt steht die Glückssucherin Irina, die mit ihrem Leben unzufrieden ist.

Das Internet in Person von Herrn Google (Hintergrund) ist immer dabei. Das Stück von Martin Heckmanns, das am 14. Juni noch einmal zu sehen ist, handelt vom Leben in der Überinformationsgesellschaft. Im Mittelpunkt steht die Glückssucherin Irina, die mit ihrem Leben unzufrieden ist. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Der Theaterautor Martin Heckmanns ist dabei, wenn eines seiner Stücke im Friedrichs-Gymnasium gespielt wird. Besonders gespannt ist er auf eine Szene, in der die Schauspieler nackt sein sollen.

Autor spielt mit Klischees

»Hier kommen wir nicht lebendig raus. Versuch einer Heldin«: Diesen Titel trägt das Stück aus dem Jahr 2010. Am 13. Juni wurde es in der Aula zum ersten Mal aufgeführt – und die Zuschauer wissen jetzt, wie die Regisseure Marie Rohr und Ronald Scheibe-Hopmann mit der Szene umgehen, in der es um eine Kommune geht.

Da Heckmanns gerne mit Klischees spielt, lässt er den Erzähler sagen, die Mitglieder der Kommune seien nackt. »So etwas können wir mit Schülern natürlich nicht machen«, sagt Scheibe-Hopmann. Folglich tragen die Jugendlichen Kleidung und zeigen Schilder, auf denen zu lesen ist: »Zensiert.«

Autor fordert Regisseur heraus

Wenn Heckmanns diese Szene sieht, wird er sich amüsieren. Denn er weiß, dass sich die Theatermacher darüber viele Gedanken machen. Bisher habe er keine Inszenierung gesehen, in der die Schauspieler nackt auf der Bühne gestanden hätten. Eher gehört es zum Spiel des Autors mit dem Regisseur, immer neue Inszenierungsvarianten herauszufordern. »Ich bin gespannt, wie die das in Herford lösen«, sagt Heckmanns am Telefon: »Wenn alle nackt wären, wäre das das Einfallsloseste.«

Mit Ehefrau und Sohn (11) wird der 47-Jährige die Aufführung des Literaturkurses besuchen. Auch bei den Proben hat er mal zugeschaut und dabei das Gefühl bekommen, dass die Schüler von den Themen des Stückes angesprochen werden. Im Mittelpunkt steht die junge Irina – eine zerrissene Person auf der Suche nach sich selbst.

Schauspielerin in Hiddenhausen

Unter anderem will sie Dichterin werden, träumt von einer Kommune und versucht ihr Glück als Schauspielerin. Ihr erstes Engagement führt sie nach Hiddenhausen – um auf der Bühne das Hinterteil eines Pferdes zu verkörpern. Drei Schülerinnen spielen die glücklose Irina. Die Aufteilung biete sich an, da die Hauptfigur aus verschiedenen Identitäten bestehe, so Scheibe-Hopmann. Ihr Leben ist Theater, von Rolle zu Rolle.

Für Heckmanns ist der Besuch etwas Besonderes – schließlich handelt es sich um seine alte Schule. Bei den Proben hat er den Schülern gesagt, sie könnten an dem Stück ruhig etwas verändern: »Wenn es zum Beispiel nicht mehr aktuell ist.« Inwieweit sie der Aufforderung Folge geleistet haben – davon will er sich überraschen lassen. Erfahren hat der Autor bei den Proben: »Es macht Schülern immer Spaß, böse Eltern oder einen bösen Onkel zu spielen.«

Die Aufführung beginnt am 14. Juni um 19.30 Uhr, Einlass ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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