Fr., 14.06.2019

Kreis Herford prüft neue Software »Emergency Eye« Schnelle Hilfe über Smartphone-Kamera

Mit der Software »Emergency Eye« kann man die Kamera eines Smartphones anfordern und schnell erste Hilfe leisten.

Mit der Software »Emergency Eye« kann man die Kamera eines Smartphones anfordern und schnell erste Hilfe leisten. Foto: dpa

Von Bärbel Hillebrenner

Herford (WB). Ein Sturz im Stuckenberg – doch wo genau in dem Wald ist der Unfall passiert? Wo muss der Rettungswagen hinfahren? Damit im Notfall keine Zeit vergeudet werden muss, prüft der Kreis Herford derzeit eine mögliche Nutzung der Software »Emergency Eye«. »Mit der könnte man in der Rettungswache über ein internetfähiges Smartphone den Standort sofort lokalisieren«, erklärt Dezernent Norbert Burmann. Viel schneller sei dadurch ein Notarzt oder Rettungswagen vor Ort. So könne man mit Hilfe der Digitalisierung sogar Leben retten.

Rettungspunkte schwer zu merken

Die CDU-Fraktion hatte die Kreisverwaltung ursprünglich aufgefordert, die Hinweisschilder an den Rad- und Wanderwegen mit Rettungspunkten zu ergänzen. Diese enthalten Ziffern, die der Rettungswache den jeweiligen Standort angeben. Allerdings: »Wer merkt sich denn die Zahlen, wenn man an so einen Rettungspunkt vorbeiläuft. Viele wissen vielleicht nicht einmal, was die Zahl bedeutet und achten deshalb nicht weiter darauf.«

Deshalb werde nun abgewogen, ob diese Rettungspunkte oder »Emergency Eye« sinnvoller ist. »Es scheint aber, dass die Ortung über ein Smartphone wesentlicher effektiver ist. Wenn man bei einem Unfall unter 112 mitteilt: ›Ich bin hier irgendwo im Stuckenberg‹, dann hilft das den Rettern wenig.«

Technik in der Leitstelle geeignet

Technisch sei das Computersystem in der Leitstelle in Eilshausen für die Installierung der Software geeignet. Ein Vorteil sei außerdem, dass man dadurch die Handykamera des Unfallopfers anfordern könne, über die ein Rettungssanitäter in der Leitstelle dem Opfer schon Anweisungen für die Erste Hilfe geben könne.

Burmann: »Diese Unterstützung dient als Überbrückung bis zur Ankunft des Notarztes oder des Krankenwagens.« Der Nachteil: Nur bei Handys mit Internetzugang kann »Emergency Eye« genutzt werden.

Nach den Sommerferien werden die Politiker über alle Vor- und Nachteile der Software und die Höhe der Kosten informiert. Noch in diesem Jahr soll – bei Zustimmung – die Installierung erfolgen. Die Investition werde, so Burmann, aus dem aktuellen Haushalt genommen.

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6688106?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F