Fr., 14.06.2019

Windhose deckt Dach ab und verwüstet Garten – Bewohnerin: »Ich hatte Angst« Plötzlich fliegen die Ziegel

Die Windhose wütete in der Werrestraße: Tanja Böser und Guido Vasse zeigen die schweren Ziegel, die der Sturm vom Dach geholt hat.

Die Windhose wütete in der Werrestraße: Tanja Böser und Guido Vasse zeigen die schweren Ziegel, die der Sturm vom Dach geholt hat. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Tanja Böser kann gerade noch die Tür zuziehen und sich ins Haus retten – dann krachen die ersten Ziegel auf den Balkon: Eine Windhose hat Teile des Dachs abgedeckt und den Garten verwüstet. Der Schaden geht in die Tausende.

Noch immer steht die Medizinische Fachangestellte unter den Eindrücken des Unwetters vom Freitag vergangener Woche.

Es ist etwa 20.30 Uhr, als der Himmel über der Werrestraße in Herford außer Rand und Band ist. »Ich stand am Herd und habe eine Gemüsepfanne gekocht. Plötzlich fing es dermaßen an zu pfeifen. Die Fahnen der Stadtwerke gegenüber machten einen unheimlichen Krach. Ich bin raus auf den Balkon und wollte die Rattanstühle in Sicherheit bringen. Doch der Wind wurde so stark, dass ich Angst bekommen habe und schnell wieder reingegangen bin«, erzählt Tanja Böser.

Obstbaum knickt um

Intuitiv trifft sie damit die richtige Entscheidung: Wäre sie nur ein paar Sekunden länger draußen geblieben, die 39-Jährige hätte sicher schwere Verletzungen davon getragen.

Die zertrümmerten Dachpfannen auf dem Balkon.

Etwa 20 der schweren Tonpfannen holt der Wirbelsturm herunter, als wären sie aus Plastik. Sie schlagen auf dem Boden auf und zerspringen in hunderte Teile. Der Sturm muss eine enorme Kraft haben: Die Dachrinne reißt auseinander, die Balkonbrüstung ab.

Und nicht nur das: Im Garten wirbeln XXL-Blumentöpfe durch die Luft, der Stamm eines alten Obstbaums knickt um, ein massiver Steinofen wird aus den Angeln gehoben.

Es sei ein ohrenbetäubender Lärm gewesen, berichtet Lebensgefährte Guido Vasse, der die vom Tornado verursachten Geräusche sogar unter der Dusche wahrnimmt.

Machtlos gegen das Unwetter

Nach nicht einmal 30 Sekunden sei der Spuk vorbei gewesen, sagt Tanja Böser. Anschließend kommt der große Regen, der das Paar die halbe Nacht in Atem hält.

Weil die fehlenden Ziegel keinen Schutz mehr bieten können, dringt jede Menge Wasser ins Haus. »Die Dämmwolle war ganz schnell durchnässt. Wir konnten das Wasser gar nicht so schnell auffangen, wie es kam. Auf dem Dachboden bildete sich eine Pfütze«, sagt der 46-jährige SWK-Mitarbeiter.

Tanja Böser und Guido Vasse sind erleichtert, dass niemand verletzt wird. Es bleibt die Erkenntnis, dass »wir gegen das Wetter machtlos sind«.

 

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6690292?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F