Sa., 15.06.2019

Ausbau der Vlothoer Straße Thema im Rat – Kritik vom BUND Diskussion um Baumfällung

Für den Ausbau der Vlothoer Straße müssten nach Darstellung der Verwaltung etwa 50 Bäume weichen.

Für den Ausbau der Vlothoer Straße müssten nach Darstellung der Verwaltung etwa 50 Bäume weichen. Foto: Moritz Winde

Herford (WB/pjs). Die geplante Fällung von etwa 50 Bäumen im Zuge des Ausbaus der Vlothoer Straße sorgt weiter für Diskussionen. Der Rat hat am Freitag den Bebauungsplan »Vlothoer Straße/Hammersmith-Kaserne, Teil 1« beschlossen – gegen Stimmen der CDU. 

Die Fläche des Bebauungsplanes soll für das Internatswohnen für die Unterbringung der Studenten der Fachhochschule für Finanzen entwickelt werden. »Da soll ja mächtig geholzt werden«, hakte Andreas Rödel (SPD) vorsorglich nach, ob die Baumfällung ein Bestandteil der Bebauungsplanung sei.

Das sei nicht der Fall, versicherte Beigeordneter Dr. Peter Böhm. Zunächst wird sich der Verkehrsausschuss am Dienstag, 25. Juni, mit der Umgestaltung der Vlothoer Straße befassen – und dabei auch die »Baum-Frage« erörtern. »So viele Bäume kann man nicht einfach abholzen, sonst können wir die Baumschutzsatzung auch gleich abschaffen«, gab Wolfgang Rußkamp (CDU) zu bedenken.

BUND weist auf Klimanotstand hin

Unterdessen hat sich auch Doris Eichholz von der BUND-Stadtgruppe Herford geäußert. »Ich war entsetzt, als ich die Pläne der Stadtverwaltung zur Baumfällaktion an der Vlothoer Straße gelesen habe«, schreibt sie in einer Stellungnahme: »Ist das die Antwort auf den wenige Wochen vorher ausgerufenen Klimanotstand der Stadt Herford? Man könnte glauben, die Bauverwaltung habe hier geschlafen und das nicht mitbekommen. Eine Verbreiterung um einen halben Meter würde reichen, um den Radweg stadtauswärts attraktiver zu machen, ohne dass dort Bäume weichen müssten. Ein Parkverbot an der Straße (manchmal wird halb auf dem Radweg geparkt) würde ebenfalls dafür sorgen, dass Radler ungehindert fahren könnten. Aber leider geht es ja wie immer um den Autoverkehr, der auf keinen Fall eingeschränkt werden darf.«

Die alte Mauer samt Zaun zu entfernen, um dort den Radweg hinzulegen, wäre ein Alternative: »Aber man scheut anscheinend die Auseinandersetzung mit der Denkmalbehörde«, schreibt Eichholz: »Da beseitigt man lieber die wertvollen Linden. Wahrscheinlich würde niemand die alte Mauer mit dem Natodraht darauf vermissen – wohl aber die schattenspendenden Linden, die den Bienen jetzt zur Blütezeit Nahrung bieten, und die gleichzeitig das Stadtklima verbessern.«

Die BUND-Sprecherin abschließend: »Es wird Zeit, dass unsere Stadtplaner endlich umdenken, und dem Fahrrad und dem ÖPNV mehr Gewicht geben.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6699860?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F