Klinikum lobt Prämien für Mitarbeiter aus – Start im Juli
Wer einen Oberarzt anwirbt, erhält 8000 Euro

Herford (WB). Auf der Suche nach dringend benötigten Fachkräften und Ärzten beschreitet das Klinikum einen ungewöhnlichen Weg: Mitarbeiter erhalten bis zu 8000 Euro, wenn sie dabei helfen, eine ausgeschriebene Stelle zu besetzen.

Montag, 24.06.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 07:28 Uhr
Das Klinikum sucht in vielen Bereichen Mitarbeiter. Foto:
Das Klinikum sucht in vielen Bereichen Mitarbeiter.

Eine Prämie in dieser Höhe gibt es bei der erfolgreichen Vermittlung eines Oberarztes, 6000 Euro für eine Hebamme sowie jeweils 4000 Euro für Radiologieassistenten, Pflegefachkräfte und Assistenzärzte mit deutscher Approbation und mindestens Sprachlevel C (fortgeschrittenes Kompetenzniveau).

Den Start dieses Personalwerbungsprogrammes hatte Interims-Geschäftsführer Armin Sülberg angekündigt (siehe Donnerstagsausgabe). Jetzt hat das Klinikum die Mitarbeiter darüber in einem Schreiben informiert. »Viele von Ihnen sind überzeugte Mitarbeiter des Klinikums Herford und tragen das auch gern nach außen, indem sie in ihrem Bekannten-, Freundes- und Familienkreis andere davon überzeugen, sich ebenfalls in unserem Haus zu bewerben«, heißt es in dem Schreiben von Personalleiterin Stefanie Brandt.

Zahlreiche Stellen vakant

»Für dieses Engagement möchten wir uns gern zukünftig bedanken und bieten ab dem 1. Juli all jenen, die examinierte Pflegekräfte, MTRA, Ärzte und Hebammen auf ausgeschriebene Stellen für das Haus gewinnen, die Prämien an.« Der steuerpflichtige Betrag werde für jede erfolgreiche Besetzung einer ausgeschriebenen Stelle ausgeschüttet. Der Bewerber dürfe nicht bereits in anderer Funktion im Haus tätig sein. In der Bewerbung müsse ersichtlich sein, dass diese auf Empfehlung des anwerbenden Mitarbeiters zurückgehe. Sollte ein Kandidat von mehreren Mitarbeitern geworben werden, werde die Prämie geteilt. Führungskräfte des Klinikums seien vom Prämienmodell ausgeschlossen.

Derzeit sind im Krankenhaus zahlreiche Stellen vakant: Auf der Internetseite sind allein 13 Stellenausschreibungen für Ärzte aufgelistet, 16 im Pflegebereich – zum Teil mehrfach zu besetzen. Anwerbeprämien gibt es auch andernorts, etwa in München oder Düsseldorf. Denn selbst in den Metropolen wird es immer schwieriger, die Stellen zu besetzen. »Und allein durch Zuwanderung ist das Problem nicht zu beheben. Die kulturellen Unterschiede sind häufig zu groß«, erklärt Sülberg.

Mathilden-Hospital zahlt keine Werbungsprämien

Das Mathilden-Hospital weiß ebenfalls um den leer gefegten Bewerbermarkt. »Wir zahlen aber keine Prämien, wir haben das bislang immer noch so geschafft«, sagt Dr. Georg Rüter, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen. Bislang gebe es zusätzliche Vergütungen nur bei der Erfüllung von Unternehmenszielen.

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