Sa., 06.07.2019

Männer bedrohen Schwimmmeister in Elverdissen – Verein sorgt sich um guten Ruf Zu viel Ärger: bald Security in Herfords Freibädern

Willkommene Abkühlung: Mehr als 3000 Besucher zählt das Freibad in Elverdissen an heißen Tagen. Am Sonntag ist die Hitze zwei Männern aber offenbar zu Kopf gestiegen. Sie beleidigten das Badepersonal und verursachten einen Polizeieinsatz.

Willkommene Abkühlung: Mehr als 3000 Besucher zählt das Freibad in Elverdissen an heißen Tagen. Am Sonntag ist die Hitze zwei Männern aber offenbar zu Kopf gestiegen. Sie beleidigten das Badepersonal und verursachten einen Polizeieinsatz. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Polizeieinsatz im Familienfreibad Elverdissen: Am Sonntag sind dort zwei Schwimmmeister bedroht worden – sogar mit dem Tod. »Sie hatten große Angst«, sagt Betriebsleiter Markus Diering. Jetzt soll ein Sicherheitsdienst in den beiden Herforder Bädern für Ordnung sorgen.

Die Situation eskalierte am späten Nachmittag. Zwei Männer im Alter von 19 und 24 Jahren aus Herford sollen dafür verantwortlich gewesen sein. »Sie haben nach meinem Kenntnisstand eine Besucherin auf der Liegewiese belästigt«, sagt Markus Diering. Die 37-jährige Frau und ihr Begleiter (38) wehrten sich, es kam zu verbalen Streitigkeiten.

Die Schwimmmeister verwiesen die Störenfriede aus dem Bad, doch die Männer kamen der Aufforderung nicht nach. Stattdessen pöbelten sie herum und beleidigten die Aufsicht aufs Übelste. »Ich möchte nicht wiedergeben, welche Wörter gefallen sind. Es war respektlos und menschenverachtend«, sagt Markus Diering.

Zu den renitenten Rädelsführern gesellten sich nach und nach weitere aufmüpfige junge Leute. Eine Besucherin, die mit ihrer Enkelin einen schönen Badetag verbringen wollte, erzählt: »Die Gruppe stellte sich äußerst aggressiv gegen das Personal. Es war eine bedrohliche Situation.« Bereits am Mittag sei ihr aufgefallen, dass diese Gruppe sich störend und unangemessen verhalten habe.

In Handschellen abgeführt

Weil sich die Schwimmmeister nicht anders zu helfen wussten, alarmierten sie die Polizei. Mehrere Streifenwagen fuhren zum Freibad nach Elverdissen. »Die Polizisten konnten den Sachverhalt klären. Zwecks Personalienfeststellung wurden die beiden Männer mit auf die Wache genommen«, sagt Polizeisprecherin Simone Lah-Schnier. Sie sollen mit Handschellen abgeführt worden sein. Dem Duo wurde Hausverbot für das Freibad erteilt.

Dr. Ulrich Hart, zweiter Vorsitzender des Freibadvereins, bedauert den Vorfall: »Das Freibad ist uns eine Herzensangelegenheit. Wir haben seit 1995 dafür gekämpft, dass es erhalten bleibt und immer wieder festgestellt, dass es vor allem von Familien mit Kindern sehr gut angenommen wird. Es wäre betrüblich, wenn durch so einen Vorfall ein negativer Ruf entstehen würde, so dass Eltern nicht mehr ohne Bedenken ihre Kinder zu uns ins Bad schicken können.«

Und weiter: Es ist begrüßenswert, dass ein Sicherheitsdienst zukünftig solche massiven Ausschreitungen und Pöbeleien im Vorfeld verhindern soll und Gäste, die es auf Gewalt und Randale abgesehen haben, des Bades verweisen.«

Bad-Betriebsleiter: »Es wird zunehmend aggressiver«

An diesem Samstag steigt das große Sommerfest im Familienbad – noch ohne Security. »Wir arbeiten noch an einem Konzept. Geplant ist, dass ein Sicherheitsdienst in Elverdissen und im Kleinen Feld an besonders heißen und damit sehr gut besuchten Tagen aufpasst. Wir müssen unsere Mitarbeiter und Gäste schützen, leider!«, sagt Betriebsleiter Markus Diering.

Er beobachtet ein zunehmendes Aggressionspotenzial. Es sei unglaublich, was sich die Kollegen täglich anhören müssten. »Die Gesellschaft hat sich verändert. Der Respekt fehlt.«

Der Campingpark Kalletal hat inzwischen die Notbremse gezogen und den öffentlichen Badebetrieb eingestellt. »Wir können den Ansturm neben der hohen saisonalen Arbeit nicht mehr bewältigen. Zudem möchten wir unsere Mitarbeitenden den Streitereien und Beleidigungen, die damit verbunden sind, nicht länger aussetzen«, schreibt die Geschäftsführung auf der Internetseite.

Kommentare

Anmaß

Mir scheint Angelika hat nicht verstanden, dass - auf bestimmte Art und Weise - sie dafür verantwortlich ist. Solange ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung die Augen davor verschließt, um welche Jugendlichen es sich hier handelt, wird diese Entwicklung so weiter gehen. Sie steht sozusagen gerade erst am Anfang.

Übergriffe in Freibaedern

Was haben eigentlich die Eltern dieser Jugendlichen getan, als es darum ging, ihre Kinder zu erziehen? Die Erziehung scheint ja nicht stattgefunden zu haben. Respekt und Taktgefuehl ist bei diesen jungen Menschen Fremdworte zu sein. Wir gehen keinen guten Zeiten entgegen. Vielleicht sollten einige Eltern ihre Handy's mal aus der Hand legen und sich intensiver um ihre Kinder kümmern . Das gilt nicht für alle jungen Eltern, sondern für die, die ihren Erziehungsauftrag nicht ernst nehmen.

Eine schnelle Lösung muss zunächst einmal her, um zumindest vorübergehend, bis (hoffentlich) geamtgesellschaftliche Konzepte, die der Verrohung entgegenwirken können, entwickelt und umgesetzt werden, für Ruhe zu sorgen.

Sicherheitsdienst, Einlasskontrolle wie in der Diskothek nach Gesicht und Nase und fertig.

Oder: Einlasskontrollen mit Ausweis, personalisierter Eintrittskarte, keine (erkennbaren) Großgruppen einlassen, Sicherheitsdienst. Dann können Unruhestifter direkt mit einem Hausverbot belegt werden, ebenso stehen ihre Personalien für Strafverfahren fest, die sofort und ohne "wenn und aber" einzuleiten sind. Im zweiten Schritt müsste dann die Justiz konsequent handeln.

Zum anderen deutlich geringere Einlasszahlen. Ab einer (überschaubaren) Besucherzahl Einlass-Stop und fertig.

Traurig, dass man überhaupt darüber diskutieren und schreiben muss...wir müssen dringend weg von "Ich-lingen", von "verwöhnten Blagen" ohne gesund entwickeltes Gemeinschafts- und Verantwortungsgefühl mit Empathie, von "Großfamilien" (egal welcher Couleur) mit vermeindlichem Gewaltmonopol im Freibad oder sonstwo, sowie...

...weg vom neuartigen Schickimicki-Mittelstand mit "Neureichen-Allüren", zwei luftverpestenden SUVs und ungehemmter Rücksichtslosigkeit unter Verlust jeden (früher einmal allgemeingültigen) Moralbewusstseins und unter Verlust von Empathie und Mitmenschlichkeit, Rücksichtnahme auf Schwächere pp.

security in Herfords Freibädernw


sagt mal sind da nur noch kopf- kranke leute in den freibädern heutzutage ? so blöd kann doch niemand sein ? man geht doch ins freibad um sich zu erfrischen. aber schmeißt die raus die nicht ganz frisch im kopf sind man !

4 Kommentare

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