Do., 11.07.2019

Stadt Herford will mit Gewerbetreibenden sprechen – Schuhhändler Tscheche: »Zentrale Info-Plattform wäre hilfreich« Braucht der Einzelhandel Kernöffnungszeiten?

Werben für die Ausstellung im Ladenlokal am Gänsemarkt 8: Dieter Wulfmeyer, Denise Spilker und Florian Heinkel (von links).

Werben für die Ausstellung im Ladenlokal am Gänsemarkt 8: Dieter Wulfmeyer, Denise Spilker und Florian Heinkel (von links). Foto: Bexte

Von Bernd Bexte

Herford (WB). Immer weniger auswärtige Besucher kaufen in den Herforder Geschäften ein. Laut der jüngsten Umfrage unter Gewerbetreibenden sind 80 Prozent der Kunden Einheimische, 2016 waren es 60 Prozent. »Wir müssen uns außerhalb Herfords mehr ins Gespräch bringen«, sagt der städtische Wirtschaftsförderer Dieter Wulfmeyer selbstkritisch, »insbesondere wenn jetzt die Fußgängerzone fertig wird«.

Sein Vorschlag: »Wir sollten in Abstimmung mit dem Einzelhandel eine Kernöffnungszeit vereinbaren, dann haben auch Besucher von außerhalb die Garantie, bis zu einer bestimmten Zeit überall einkaufen zu können.« Heute schlössen etwa am Samstag einige Geschäfte bereits um 13 oder 14 Uhr, andere erst um 16 oder 18 Uhr. »Vielleicht ist es möglich, eine verlässliche Öffnung beispielsweise von 10 bis 16 auszuweisen.«

»Einkaufscenter im Vorteil«

Die Idee ist nicht ganz neu, regt aber immer noch zu Diskussionen an. »An sich ist das ja eine gute Sache, aber wie erfahren die Kunden davon?«, fragt Nicolas Tscheche, Inhaber des gleichnamigen Schuhhauses am Alten Markt. Er wünscht sich eine zentrale Plattform – etwa auf der Internetseite herford.de –, die verlässliche Informationen biete, nicht nur über Öffnungszeiten, sondern auch Standorte der Anbieter.

»Wir Innenstadteinzelhändler haben gegenüber Gewerbetreibenden in großen Einkaufscentern den Nachteil, dass es bei uns in entscheidenden Bereichen keine verbindlichen Vorgaben und Absprachen gibt« So seien in den Shopping-Malls etwa Öffnungszeiten, aber auch Aufwendungen für das Marketing einheitlich geregelt. Wulfmeyer kündigte an, das Thema Kernöffnungszeiten im Dialog mit den Einzelhändlern angehen zu wollen. Etwa 25 von ihnen waren am Mittwochmorgen zur »Frühschicht« in die Radewig gekommen.

Ausstellung bis Ende September

Beim zweiten Gespräch in diesem Format standen Herausforderungen des Einzelhandels im Mittelpunkt: Denn im Leerstand am Gänsemarkt 8, früher Kunst & Kreativ, ist bis Ende September eine Ausstellung unter dem provokanten Titel »Gute Geschäfte. Was kommt nach dem Einzelhandel?« zu sehen. »Es ist nicht nur der Onlinehandel, der den Innenstädten zu schaffen macht«, sagt Florian Heinkel von der Landesinitiative Stadtbaukultur NRW, die die Schau konzipiert hat und in 18 Städten zeigt. »Der demografische Wandel, also der Bevölkerungsrückgang, und die regionale Konkurrenz sind mindestens ebenso große Herausforderungen.« Und: »In den 70er und 80er Jahren wurde viel zu viel Einzelhandelsfläche geschaffen.«

Die Ausstellung zeigt unter anderem Beispiele, wie Leerstände umgenutzt werden können, etwa als barrierefreier Wohnraum. Da die kleine Schau den großen Raum am Gänsemarkt nicht füllt, kann die übrige Fläche bis Ende September angemietet werden – »beispielsweise für einen Pop-up-Shop«, sagt Citymanagerin Denise Spilker.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6767776?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F