Sa., 13.07.2019

Stadt hatte Rückbau bis Ende Juni angeordnet Illegaler Balkon wurde abgerissen

Nur ein Gerüst zeugt noch von den Arbeiten am Dach. Der Eigentümer Ercin Kalkan musste den Abriss veranlassen. Die Stadt hatte ihm eine Frist bis Ende Juni gesetzt.

Nur ein Gerüst zeugt noch von den Arbeiten am Dach. Der Eigentümer Ercin Kalkan musste den Abriss veranlassen. Die Stadt hatte ihm eine Frist bis Ende Juni gesetzt. Foto: Hillebrenner

Von Bärbel Hillebrenner

Herford (WB). Nun ist alles weg! Der illegal gebaute Balkon auf dem Dach des Mehrfamilienhauses am Amselplatz ist letzte Woche abgerissen worden.

Auch die Gaube ist verschwunden, über die die Mieterin den kleinen Außensitz betreten konnte. Nur ein kleines Dachfenster lässt jetzt noch Licht und Luft in das angrenzende Zimmer.

Keine Baugenehmigung

»Ich bin schon sehr enttäuscht. Aber was sollte ich machen? Die Stadt hatte trotz mehrerer Gespräche kein Einsehen und auch die Politiker waren ja der gleichen Auffassung«, sagt Ercin Kalkan, der die Immobilie 2007 mit seiner Frau Neslihan gekauft hatte.

Um das Wohnen dort für seine Mieter attraktiv zu machen, hatte das Ehepaar in den letzten Jahren viel Geld in die Modernisierung gesteckt, fast 180.000 Euro. Die Mieterin Angela Huxoll wohnte unter dem Dach – auch sie sollte es schön haben. Wie schon in den unteren Etagen hatten die Kalkans ihr dort einen Balkon bauen lassen. Allerdings: Dieser An- und Umbau am Dach war illegal – es hatte keine Baugenehmigung gegeben .

Kosten von 10.000 Euro

Sie wäre vermutlich auch gar nicht erteilt worden, denn Gauben auf dem Dach sind dort am Amselplatz laut Bebauungsplan nicht erlaubt. »Und eine Ausnahme wollte die Stadt hier nicht zulassen«, sagt Kalkan. Sogar der Bauausschuss hatte darüber gesprochen, war aber sofort einhellig der Meinung, dass sich jeder Bürger an die planerischen Vorgaben zu halten habe.

Bis Ende Juni sollte der illegale Umbau wieder beseitigt werden – und das hat das türkische Ehepaar nun auch veranlasst. 10.000 Euro würden die Abrissarbeiten wohl kosten, sagt der 50-Jährige.

Die Mieterin Angela Huxoll ist mittlerweile ausgezogen – sie wollte unbedingt eine Wohnung mit Balkon. Glück im Unglück: Die kleine Dachgeschosswohnung ist bereits wieder vermietet.

Kommentare

Unglaublich! Da investiert ein Eigentümer viel Geld in sein Gebäude, um es den Mietern so angenehm wie möglich zu machen. Und muß einen Anbau wieder abreißen, weil eine popelige Bausatzung dem entgegen steht.
Man sollte die Immobilien der Stadtverordneten überprüfen, ob bei denen auch alles Satzungsgemäß ist. Ich bin mir ziemlich sicher daß man auch dort die eine oder andere Unregelmäßigkeit finden würde. Und Ausnahmegenehmigungen hat die Stadt sicherlich auch schon erteilt. Es gibt nämlich keine Stadt auf dieser Welt, bei der das nicht so ist.

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