Di., 23.07.2019

Hersteller aus OWL setzen auf leichte flexible Stoffe – Jacken sollen nachts leuchten So bunt wird der Modesommer 2020

Klaus, Lena und Julius Brinkmann (von links) zeigen die neue Bugatti-Mode: Nachts leuchten die Jacken.

Klaus, Lena und Julius Brinkmann (von links) zeigen die neue Bugatti-Mode: Nachts leuchten die Jacken. Foto: Bernhard Hertlein

Von Bernhard Hertlein

Düsseldorf (WB). Die Lage der Bekleidungsbranche ist schwierig. Daran kommt auch bei der Düsseldorfer CDP niemand vorbei. Aber die Aussteller in der Halle 29, wo die Mitte der Branche und viele Firmen aus OWL zu Hause sind, schaffen es, dass auch wieder über Mode gesprochen wird.

Gelb oder nicht Gelb

Beliebtes Modethema ist und bleibt wohl auf immer die Farbe. Doch fällt es diesmal den Ausstellern schwer, sich festzulegen: Wird der aktuelle Neon-Gelb-Trend den Sommer 2019 überleben? Die Farbe lässt bekanntlich helle Haut oft eher blass aussehen. Darum setzt etwa Brax bei der Frühjahr-/Sommersaison 2020 außer auf Gelb auch auf Orange, Rosa und viele Rottöne, zudem Weiß und Blau.

Braun, das neue Schwarz

Andere wie Gerry Weber halten sich, was die Farbe betrifft, noch mehr zurück. Naturfarben von Waldgrün bis Weinrot sind in der Branche ein großes Thema. Auch Braun – von Schlamm bis Schokolade – erfreut sich wachsender Beliebtheit, auch bei der Abendgarderobe. Ein Branchenkenner meint sogar, Braun habe das Zeug, das neue Schwarz zu werden. Ob sich das kleine Braune wirklich durchsetzen kann?

Achtziger Jahre

Auch wenn sich Mode laut Brax -Manager Marc Freyberg »niemals genauso wiederholt sie mal war«, bleibt Retro ein Thema. Das Revival der 80er Jahre wird anhalten, glauben die Aussteller. Batiken finden sich nicht nur auf T-Shirts, sondern auch auf Hosen, Kleidern und Röcken. Seidensticker präsentiert Hawaii-Hemden: leicht, weit und sehr bunt. Dazu passt in der Spitze eine gewisse Neigung zur Unisex-Mode. Noch weiter als in die 80er Jahre greift die Ahlers -Marke Baldessarini zurück. Mit einer kleinen Kollektion, im Branchenjargon Kapsel genannt, erinnert sie an den 50. Jahrestag von Woodstock. Ahlers selbst feiert in diesem Jahr 100. Geburtstag.

Flowerpower

Löwen, Zebras und andere wilde Tiere gehen, Palmen und Blumen kommen: Die Mode setzt 2020 mehr denn je auf »Flowerpower«. Aber auch Blockstreifen und Tupfen könnten die Kundschaft zum Beispiel von Seidensticker bewegen, Alternativen zur Unifarbe ins Auge zu fassen.

Klima- und Kleiderwandel

Auch die Bekleidungshersteller reden vom Klimawandel. Alles andere wäre verwunderlich. »Wenn die Sommer heißer werden und die heißen Sommer länger, dann müssen die Hosen leicht und bequem sein«, sagt Freyberg. So setzen alle Herforder Modemacher – Brax, Ahlers und Bugatti – auf elastische und sehr flexible Stoffe, die jede Bewegung mitmachen und sich wieder zurückbilden. »Onesizeforall« heißt zudem eine Neueinführung bei Gerry Weber. Nach Angaben von Marketingleiter Simon Hoecker sind die Damenhosen derart dehnbar, dass die Trägerin von Größe 42 bis 48 stets passend angezogen ist.

Mäntel aus Altplastik

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind Themen, die nicht nur von außerhalb als Forderungen an die Bekleidungsindustrie herangetragen werden. Ebenfalls Gerry Weber zeigt in Düsseldorf leichte Jacken und Mäntel aus einem Material, das aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wird: eine sinnvolle Materialverwendung, zumal wenn so der Transport von Altplastik in ferne Länder oder gar die illegale Entsorgung im Meer verhindert wird.

Mode, die leuchtet

Die vielleicht spektakulärste Materialinnovation zeigt Bugatti auf der diesjährigen CPD. Eine sogenannte Smart-Light-Technologie speichert das Licht – vom natürlichen Tageslicht bis zur künstlichen Zimmerbeleuchtung – im Gewebe und setzt es bei Dunkelheit frei. Klar, dass solche Kleidung die Blicke auf sich zieht, auch und gerade auf Spaziergänger und Fußgänger im Straßenverkehr. Entsprechend heißt diese fluoreszierende Kollektion von Bugatti »Be visible« – sei sichtbar!

Smart im Job

In einem sind sich von Freyberg über Seidensticker bis Hoecker alle einig: Die Zeit, wo man auch bei heißen Temperaturen »voll angezogen« im Büro erscheinen musste, sind vorbei. Klar, kurze Bermuda-Shorts sind wohl nur an wenigen Arbeitsplätzen angeraten. Aber leichte Baumwoll- oder Leinenhosen, gern verkürzt, daran störe sich heute niemand mehr.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6798911?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F