Di., 13.08.2019

Hubwagen touchiert Backsteinfassade bei Reinigungsarbeiten Durchs Marta geht ein kleiner Riss

Nein, bei dem Backstein-Riss handelt es sich nicht um Kunst. Ein Hubwagen hat die Fassade beschädigt.

Nein, bei dem Backstein-Riss handelt es sich nicht um Kunst. Ein Hubwagen hat die Fassade beschädigt. Foto: Moritz Winde

Von Hartmut Horstmann und Moritz Winde

Herford (WB). Ob das ein neues Kunstwerk am Marta sei, fragt ein Herforder auf seiner Facebook-Seite. Und zeigt ein Foto, auf dem beschädigte Backsteine zu sehen sind. Doch die Antwort fällt profaner aus, als es sich Kunstfreunde wünschen.

Der kleine Riss durchs Marta geht zurück auf einen Hubwagen, der die Fassade bei Reinigungsarbeiten beschädigt hat.

Etwa ein Dutzend der Backsteine sind zu Bruch gegangen. Der Unfall, bei dem der Steiger vor die Wand des millionenteuren Gehry-Baus gekracht sei, liege etwa zwei Wochen zurück, sagt Museumssprecherin Daniela Sistermanns. Zur Höhe des Schadens konnte sie keine Angaben machen, betont aber, dass er sich in Grenzen halte.

Die zerbrochenen Steine befinden sich auf der linken Seite zum Haupteingang in etwa zwei Meter Höhe. Die Stelle ist mit einer Plastikkette abgesperrt. Auf einem weißen Schild steht, der Schaden werde zeitnah instand gesetzt.

Backstein-Fassade hat keine statische Funktion

Doch nicht nur der finanzielle Schaden hält sich offenbar in Grenzen, sondern auch die Reaktion bei Facebook. Kein Shitstorm, sondern ein einziger Kommentar: »War ja teuer genug.«

Wäre es in den ersten Jahren des Museums zu einem derartigen Hubwagen-Malheur gekommen, wären die Reaktionen anders ausgefallen. Die Backstein-Fassade, die keine statische Funktion hat, verhilft dem Museum sogar zu einem Kapitel in einem Buch über die »100 aufregendsten Backsteinbauten der letzten 15 Jahre«.

Unter dem Titel »100 Contemporary Brick Buildings« ist es im Taschen-Verlag erschienen. Laut Autor Philip Jodidio ist die Verwendung des Materials für Frank Gehry ungewöhnlich. Backstein steht für Tradition, für Geschichte – dennoch bewahre »das Äußere des Museums Gehrys typischen humorvollen Esprit«, schreibt der Autor. Diesem gebäudegewordenen Humor kann auch ein kleiner Riss nichts anhaben.

Vorschriftsmäßig: Absperrung mit Kette. Foto: Moritz Winde

 

 

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