Do., 15.08.2019

Zahl der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte im Kreis Herford deutlich gestiegen 40 Prozent mit Migrationshintergrund

Seit 2015 ist die Quote der Schüler mit Migrationshintergrund im Kreis Herford von gut 30 auf fast 40 Prozent gestiegen.

Seit 2015 ist die Quote der Schüler mit Migrationshintergrund im Kreis Herford von gut 30 auf fast 40 Prozent gestiegen. Foto: dpa

Von Bernd Bexte

Herford (WB). Mittlerweile haben vier von zehn Schülern im Kreis Herford einen Migrationshintergrund. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen an den allgemeinbildenden Schulen und Berufskollegs hat sich innerhalb von nur drei Jahren von gut 30 Prozent auf fast 40 Prozent erhöht. Das belegen am Mittwoch veröffentlichte Zahlen des Statistischen Landesamtes. Der Kreis Herford liegt damit zwei Prozentpunkte über dem NRW-Landesdurchschnitt.

Demnach verfügten im zu Ende gegangenen Schuljahr 14.557 der insgesamt 37.423 Schüler in den neun Kommunen des Kreises über eine sogenannte Zuwanderungsgeschichte, wie es im Behördendeutsch heißt. Dazu zählen in der Statistik Schüler, die im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert sind sowie Schüler, von denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert ist und/oder deren Umgangssprache in der Familie nicht Deutsch ist.

Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an Realschulen in der Mehrheit

Besonders hoch ist deren Anteil an den Realschulen. Hier sind die Schüler mit Migrationshintergrund mit gut 55 Prozent in der Mehrheit. An den Grundschulen liegt die Quote bei knapp 48 Prozent, bei den Gesamtschulen bei gut 42 Prozent, den Gymnasien und Berufskollegs bei jeweils etwa 28 Prozent.

Zu den steigenden Zahlen hat auch der Zuzug zahlreicher Flüchtlingsfamilien seit dem Jahr 2015 beigetragen. »Klar ist das eine Herausforderung, die Schulen haben aber mittlerweile viel Erfahrung mit diesen Schülern gesammelt und sind gut aufgestellt«, sagt Tanja Schürmann, stellvertretende Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises. Dort gibt es die Koordinierungsstelle Schule-Migration, die diesen Kindern und Jugendlichen den Weg in die Schule ebnet. »Es gibt an jeder Schule internationale Klassen, in denen die Schüler bis zu zwei Jahre zunächst einmal Deutsch lernen.« Erst dann wechselten sie in den Regelunterricht.

Kreis Herford berät Eltern

Schürmann – sie hat selbst als Lehrerin gearbeitet – und ihre Kolleginnen und Kollegen beraten die Eltern, machen Aufnahmegespräche und beurteilen, in welcher Schulform die Zugezogenen am besten aufgehoben sind. »Wir bekommen dann die entsprechenden Informationen«, erläutert Heidi Pahmeyer, Leiterin der städtischen Schulabteilung.

Der Lehrerverband VBE sieht in der Entwicklung ein »riesiges Potential für nachhaltige Integrationsarbeit«. Dazu müssten die Bedingungen aber vielerorts an den Schulen verbessert werden, erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende Matthias Kürten.

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