Fr., 16.08.2019

Rußrindenkrankheit auch für Menschen gefährlich – Betreten nur noch auf eigene Gefahr Schädlicher Pilz bedroht Hombergwald

Solche Schilder warnen seit gestern vor dem Betreten des Waldes am Homberg. Der Grund für die Vorsichtsmaßnahme wird darauf allerdings nicht mitgeteilt. In der vergangenen Woche waren erste Ahornbäume mit der Rußrindenkrankheit entdeckt worden.

Solche Schilder warnen seit gestern vor dem Betreten des Waldes am Homberg. Der Grund für die Vorsichtsmaßnahme wird darauf allerdings nicht mitgeteilt. In der vergangenen Woche waren erste Ahornbäume mit der Rußrindenkrankheit entdeckt worden. Foto: Bexte

Von Bernd Bexte

Herford (WB). Er ist eine grüne Lunge für Herford: der Wald auf dem Homberg. Jetzt droht ihm massive Gefahr. Forstleute haben an den dortigen Ahornbäumen die auch für Menschen gefährliche Rußrindenkrankheit entdeckt. Der Wald darf nur noch auf eigene Gefahr betreten werden.

Entsprechende Schilder weisen seit gestern am Eingang zu dem etwa sechs Hektar großen Forst im Norden der Stadt darauf hin. Die 2005 erstmals in Deutschland aufgetretene Rußrindenkrankheit ist eine Pilzinfektion an Ahornbäumen. Sie wird durch Sporen des Pilzes Cryptostroma corticale hervorgerufen. Erkrankte Bäume sind durch welke Blätter, Blattverlust, Absterbeerscheinungen an der Krone, aufgerissene Rinde und Schleimfluss am Stamm erkennbar. Das Holz kann auch grüne und blaue Verfärbungen aufweisen.

Dass die Krankheit gerade jetzt auftritt, ist kein Zufall. »Die anhaltende Trockenheit begünstigt die Infektion«, sagt Ralf König, im Rathaus zuständig für die städtischen Wälder. »Die Bäume sind enorm gestresst wegen des Wassermangels, das macht sie für Pilze anfälliger.«

Sporen verursachen Reizhusten

Doch nicht nur den Bäumen droht Gefahr: Bei Inhalation können die Pilzsporen bei Menschen Entzündungen der Lungenbläschen auslösen. Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost sind die Symptome. Um das zu verhindern, hat die Stadtverwaltung vorsichtshalber Schilder am Eingang zum Hombergwald aufgehängt. Darauf werden Spaziergänger gebeten, den Wald zu meiden und kein Holz mitzunehmen – damit die Pilzsporen nicht mitgetragen werden. Die Ursache der Warnung wird auf den Schildern allerdings nicht genannt.

Über das Ausmaß des Befalls kann König noch keine Angaben machen. »Das versuchen wir jetzt vor Ort durch Kontrollen zu klären.« In der nächsten Woche will die Stadt dazu nähere Informationen mitteilen. König spricht aber bereits jetzt von einer »erklecklichen Zahl« betroffener Bäume. Im schlimmsten Fall drohe die Abholzung des Waldes.

Schwierige Entsorgung

Ein weiteres Problem ist die Entsorgung des befallenen Holzes. Beim Schlagen oder Beschneiden der Bäume besteht die Gefahr, dass sich die Sporen auf andere Bäume übertragen. Das Holz darf auch nicht als Brennholz verwendet werden. Der Pilz ist jetzt zum ersten Mal in Herford aufgetreten. »Deshalb fehlt uns noch die Erfahrung im Umgang damit«, sagt König.

CDU-Ratsmitglied Werner Seeger, in dessen Wahlbezirk der Homberg liegt, macht sich bereits Gedanken über die Zukunft des Waldes. »Sollten hier tatsächlich großflächig Bäume abgeholzt werden müssen, wollen wir den Wald wieder aufforsten. Dafür muss die Stadt das Geld bereitstellen.« Als stellvertretender Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Herford-Hiddenhausen wolle er auch versuchen, dafür Bundes- oder Landesmittel einzuwerben. Zunächst einmal soll das Thema aber am 11. September im Bauausschuss erörtert werden.

Der Wald am Homberg war in den 1970er Jahren von der Stadt angelegt worden. Sie hatte die zuvor als Acker genutzten Flächen aufgekauft und mit Ahornbäumen bepflanzt. Viele Schulklassen machten damals mit.

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