Fr., 16.08.2019

Hans-Henning Warnecke (CDU) äußert sich zur Parkplatzsituation – belebte City müsse erhalten werden »Wir dürfen Autofahrer nicht aussperren«

45 Parkplätze würden wegfallen, falls die Stadt Herford den Rathausplatz autofrei gestalten sollte.

45 Parkplätze würden wegfallen, falls die Stadt Herford den Rathausplatz autofrei gestalten sollte. Foto: Ralf Meistes

Herford (WB/ram). Benötigt Herford mehr oder weniger Parkplätze in der Innenstadt? Diese Frage hat diese Zeitung Anfang Juli gestellt und damit eine breite Debatte ausgelöst. Durch den Umbau des Wilhelmsplatzes und durch die Planungen für den Rathausplatz fallen in Zukunft 150 Stellplätze weg.

Laut Parkraumuntersuchung muss die Stadt Herford bis 2030 etwa 320 neue Parkplätze schaffen, um das heutige Qualitätsniveau zu halten.

Dazu hat sich jetzt der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Hans-Henning Warnecke (CDU), zu Wort gemeldet. »Die bisherige Diskussion zeigt deutlich, dass es einfache Lösungen nicht gibt. Auch in unserer Fraktion ist das Thema kontrovers diskutiert worden. Ausgangspunkt für unsere Überlegungen ist die augenblickliche Verkehrsmittelwahl der Herforder Bürger«, betont Warnecke.

Nach der Modal-Split-Erhebung der Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft werden in Herford 20 Prozent aller Wege mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (davon die Hälfte Schülerverkehr) absolviert. 13 Prozent der Herforder sind als Fußgänger unterwegs, 11 Prozent als Radfahrer und 55 Prozent als Autofahrer.

Erreichbarkeit der City gewährleisten

»Wir benötigen ein Gesamtverkehrskonzept, das Bürger motiviert, vom Auto auf umweltverträglichere Verkehrsträger umzusteigen«, sagt Warnecke. Es gelte, attraktive Alternativangebote zum Auto zu bieten, ohne diejenigen, die nicht auf das Auto verzichten können oder wollen, zu diskriminieren.

»Die Erreichbarkeit der Innenstadt ist ein wesentlicher Faktor, um uns eine belebte und beliebte Innenstadt zu erhalten. Wir werden es uns nicht leisten können, die Hälfte aller Besucher - die bösen Autofahrer - auszusperren, indem wir die Infrastruktur für den Autoverkehr zerstören«, sagt Warnecke.

Gesamtverkehrskonzept gefordert

Bisher sei die Qualität des Parkraumangebotes in Herford gerade noch ausreichend gewesen. »Durch die Streichung von etwa 150 Parkplätzen im Rahmen der Umgestaltung der Innenstadt, insbesondere an der Markthalle und am Wilhelmsplatz, kommen wir ohne entsprechende Kompensation nur noch auf eine mangelhafte Bewertung des Parkplatzangebotes«, warnt der Christdemokrat.

Die CDU fordere zunächst ein Gesamtverkehrskonzept und bis dahin mindestens den Erhalt der Qualität des Parkangebotes. Die Variante 2 des von der Verwaltung vorgelegten Szenarios, Kompensation der bisher weggefallenen Parkplätze, sei ein geeigneter Kompromiss. Nachhaltige Lösungen seien aus ökologischer Sicht erforderlich, aber auch die Verhältnismäßigkeit jeder Maßnahme müsse unter Berücksichtigung aller Risiken abgewogen werden.

»Im Übrigen wünsche ich mir, dass das Prinzip der Nachhaltigkeit, das hier von Kollegen für die Ökologie eingefordert wird, natürlich auch für ökonomische Zusammenhänge gilt, das heißt alle Maßnahmen, die wir beschließen und umsetzen, müssen aus Steuermitteln bezahlt werden«, so Warnecke.

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