Fr., 16.08.2019

Zwei Spieler (25/28) müssen sich vor Gericht verantworten Schiedsrichter angegriffen

Schiedsrichter im Amateursport werden immer häufiger Opfer von Übergriffen.

Schiedsrichter im Amateursport werden immer häufiger Opfer von Übergriffen. Foto: dpa

Von Bernd Bexte

Herford (WB). Seit fast 20 Jahren ist er als Schiedsrichter aktiv. So etwas hat der 34-Jährige, der als Notfallsanitäter bei der Stadt Herford angestellt ist, aber noch nicht erlebt. Am 28. April wurde er beim Kreisliga-A-Spiel zwischen TSV Schötmar und TBV Lemgo II von zwei Spielern angegriffen. In der 40. Minute brach er das Spiel ab und flüchtete in die Kabine.

Für zwei Spieler der Gastgebermannschaft hat der Vorfall jetzt ein juristisches Nachspiel. Die 25 und 28 Jahre alten Amateursportler aus Bad Salzuflen müssen sich am 26. September (10 Uhr) vor dem Amtsgericht in Lemgo wegen Körperverletzung beziehungsweise versuchter Körperverletzung und Beleidigung verantworten.

Rote Karte war Auslöser

Beim Spielstand von 1:0 für die Gastgeber hatte der Schiedsrichter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, auf Elfmeter für die Gäste entschieden. Zudem erhielt ein Spieler des TSV Schötmar die rote Karte. Dann eskalierte die Situation. Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Detmold soll der des Feldes verwiesene Spieler auf den Schiedsrichter zugelaufen sein und ihn als »Hurensohn« betitelt haben. Der zweite Angeschuldigte soll ebenfalls auf den Schiedsrichter zustürmt sein und »Ich f*** deine Mutter« gerufen haben. Umstehende Spieler sollen zunächst versucht haben, die beiden aufgebrachten Fußballer festzuhalten. Sie sollen sich jedoch losgerissen haben.

Mittlerweile waren auch Zuschauer auf den Platz gestürmt, wie ein Video zeigt, das im Internet kursiert. Ein Spieler soll dann mit beiden Händen gegen den Brustkorb des Schiedsrichters gestoßen haben. Diesen Angriff habe er noch abwehren können. Dann soll jedoch der mit der roten Karte bedachte Spieler dem Unparteiischen einen Stoß versetzt haben, worauf dieser hinfiel. Laut Anklage trug der 34-Jährige eine Reizung des linken Schultermuskels und der Schultersehne davon und habe noch Tage nach dem Vorfall Schmerzen gehabt.

Spieler lange gesperrt

An seiner Begeisterung für den Fußball hat der Übergriff aber nichts geändert. »Ich bin weiter als Schiedsrichter aktiv.« Ein Sportgericht hat die beiden Spieler bereits zu Sperren von einem beziehungsweise einem halben Jahr verurteilt. Das Spiel wurde 2:0 für Lemgo gewertet.

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