Mo., 19.08.2019

Trotz Waldleiden: Gartenbauverband meldet stabile Preise fürs Fest Dem Weihnachtsbaum geht’s gut

Eine Korktanne auf einer Plantage.

Eine Korktanne auf einer Plantage. Foto: dpa

Sundern/Herford (dpa/WB). Stabile Preise und sattgrüne Nadeln, die auch noch lange am Baum bleiben: Dem Wald geht’s nicht besonders gut, doch für die Weihnachtsbäume für 2019 geben die nordrhein-westfälischen Waldbauern Entwarnung.

»Wir starten hoffnungsfroh in die kommende Saison«, sagte Eberhard Hennecke, Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbaum und Schnittgrün im NRW-Gartenbauverband. Im vergangenen Jahr habe die besonders lange anhaltende Dürre den NRW-Weihnachtsbaumerzeugern deutlich mehr Sorgen gemacht.

Während 2018 teilweise bis zu 80 Prozent der Jungpflanzen in den Weihnachtsbaumplantagen durch den heißen Sommer vertrocknet seien, hätten die älteren Baume mit einem vorzeitigen Wachstumsstopp auf das extreme Wetter reagiert. Das habe die Haltbarkeit der Bäume sogar verlängert, berichtete der Experte. Mit zusätzlicher Düngung sei es zudem gelungen, eine sattgrüne Farbe der Nadeln zu erhalten.

Verluste von einigen tausend Euro pro Hektar seien 2018 durch den Ausfall von Jungpflanzen bei einigen Bauern entstanden. Um mit neuen Bäumen wiederaufforsten zu können, hätten viele Landwirte ihre betroffenen Flächen umpflügen müssen. Das weniger extreme Wetter 2019 habe dagegen für Entspannung gesorgt. Der Herforder Weihnachtsbaumzüchter Till Moerkerk bestätigt diesen Trend. Allerdings seien im Frühjahr dennoch Jungpflanzen eingegangen: »Es hat die getroffen, die noch keine Wurzeln gebildet haben.«

Trend zum kleinen Baum

Die erst mit einem Alter von etwa acht bis zehn Jahren erntereifen Bäume würden laut Gartenbauverband in diesem Jahr den Verbrauchern voraussichtlich zu stabilen Preisen von etwa 18 Euro bis 24 Euro je Meter angeboten. Zunehmend sei jedoch ein Trend zum kleinen und damit auch oft billigeren Baum mit einer Höhe von nur noch etwa 1,50 Meter bis 1,75 Meter zu beobachten. Der 2,20-Meter-Baum bis zur Zimmerdecke sei dagegen weniger gefragt. »Die Leute wollen für den Weihnachtsbaum nicht mehr gleich das ganze Wohnzimmer ausräumen«, sagte Hennecke.

Von den pro Jahr bundesweit verkauften 22 Millionen Weihnachtsbäumen stammt nach Angaben des Experten etwa jeder Dritte aus NRW. Große Plantagen gibt es vor allem im Sauerland.

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