Do., 22.08.2019

Wie mit den kranken Bäumen auf dem Homberg umgehen? – »hohe Dunkelziffer« Entsorgungsfrage noch ungelöst

Der Ahornwald auf dem Homberg wurde in den 1970er Jahren aufgeforstet. Mindestens 350 Bäume müssen jetzt gefällt werden.

Der Ahornwald auf dem Homberg wurde in den 1970er Jahren aufgeforstet. Mindestens 350 Bäume müssen jetzt gefällt werden. Foto: Moritz Winde

Von Bernd Bexte

Herford (WB). Der Schaden ist groß und bislang einmalig: Der massive Befall von Ahornbäumen auf dem Homberg mit der Rußrindenkrankheit stellt Stadt und Forstleute vor gewaltige Probleme. Ein Lösung ist auch eine Woche nach dem Aufhängen der Warnschilder im Wald noch nicht in Sicht.

Spaziergänger sollten also weiterhin den kommunalen Forst in Falkendiek meiden . Denn die mit dem schädlichen Pilz Cryptostroma corticale infizierten Bäume, der auch für Menschen gefährlich werden kann, müssen demnächst äußerst behutsam entsorgt werden, damit sich nicht noch weitere Sporen verbreiten.

Dieser Baum ist von dem Pilz befallen. Foto: Stadt Herford

»Wie wir das jetzt machen, können wir noch nicht sagen«, erklärt Stadtsprecherin Susanne Körner. Und auch die zuständigen Forstexperten sind ratlos. »Für mich ist es das erste Mal, dass ich mit diesem Problem konfrontiert werde«, sagt Revierförster Johannes Landwehrmann. Wie es jetzt weitergeht, werde die Stadt gemeinsam mit den Forstexperten in den nächsten Tagen erörtern, kündigt Körner an. Dazu wolle man auch auf Erfahrungen in anderen Kommunen zurückgreifen.

Erfahrungen anderer Städte nutzen

Denn unter anderem in Bielefeld, in mehreren Forsten im Kreis Paderborn sowie in Porta Westfalica, aber auch in Köln und Bonn war die Rußrindenkrankheit an Ahornbäumen bereits diagnostiziert worden. Eigentlich gibt es bislang nur zwei Arten , das befallene Holz zu entsorgen: abholzen und an Ort und Stelle mit Erde bedecken oder in einer dafür geeigneten Müllverbrennungsanlage verfeuern. Die zweite Lösung ist allerdings wesentlich aufwendiger und dementsprechend teuer. »Es handelt sich ja um Gefahrgut«, sagt Anna Rosenland, stellvertretende Revierförsterin.

Beim Fällen der befallenen Bäume müssen die Waldarbeiter Schutzanzüge tragen. Sollten die Bäume zu einer Müllverbrennungsanlage gebracht werden, sollten sie während des Transports mit Erde bedeckt werden, damit sich keine Pilzsporen verbreiten können.

Mindestens 350 Bäume betroffen

Das Ausmaß des Schadens auf dem Homberg sei auf jeden Fall beträchtlich, erklärt Rosenland. »Wir haben dort an etwa 350 Bäumen sichtbaren Pilzbefall registriert.« Wie hoch die Quote mit Blick auf den Gesamtbestand sei, könne sie nicht sagen, insgesamt stünden dort »viele tausend Bäume«. Allerdings: »Der Pilzbefall ist nicht sofort sichtbar, die Dunkelziffer dürfte also relativ hoch sein.«

Der Hombergwald werde sich auf jeden Fall »deutlich verändern«, hatte Ralf König, bei der Stadt zuständig für den kommunalen Wald, bereits bei Bekanntwerden des Pilzbefalls gesagt.

Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung des Pilzes: Von der Rußrindenkrankheit werden vor allem Bergahornbäume befallen, die unter akutem Wassermangel leiden.

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