Do., 12.09.2019

OWL-Forum: Birgitt Fischer (SPD) ist dafür – die CDU bleibt im Kulturbeirat stumm Kulturpolitiker äußern sich vorsichtig

Auf der freien Fläche am Güterbahnhof soll das OWL-Forum mit zwei Sälen für Theater und Konzerte entstehen.

Auf der freien Fläche am Güterbahnhof soll das OWL-Forum mit zwei Sälen für Theater und Konzerte entstehen. Foto: Moritz Winde

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur gGmbH, stellte die Schritte und Überlegungen der Machbarkeitsstudie vor – Kulturbeirats-Vorsitzende Birgitt Fischer bedankte sich später für die sachliche Diskussion: Unerwartet ruhig verlief die erste kommunalpolitische Erörterung des Projektes OWL-Forum.

Kosten auf 97 Millionen Euro geschätzt

Wie ausführlich berichtet, hatte Bürgermeister Tim Kähler die Machbarkeitsstudie über einen gemeinsamen Neubau für Theater und Konzerte erst am Montag vorgestellt . Danach erhielten die Politiker die Unterlagen, zwei Tage später war es Thema im Kulturbeirat. Bekanntlich werden die Kosten auf 97 Millionen Euro geschätzt – wobei sich die Stadt jeweils um eine Drittel-Förderung von Land und Bund bemüht.

Als Kritiker hatte sich sofort der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Rußkamp positioniert , der unter anderem die Glaubwürdigkeit des Bürgermeisters anzweifelte. Die bemerkenswerteste Reaktion im Kulturbeirat zu dem Thema lieferte daher sein Parteifreund Andres Gorsler: Er schwieg zum Thema OWL-Forum – was für Gorsler ungewöhnlich ist.

Vendramin ist eigentlich dafür

Birgitt Fischer (SPD) vertrat immerhin ihre persönliche Meinung, denn auch ihre Fraktion hat noch nicht beraten. Klappe es mit der Förderung, seien die auf die Stadt zukommenden Kosten bei einem Neubau oder bei der Sanierung von Theater und Schützenhof in etwa gleich: »Warum dann nicht etwas Neues machen, wodurch die Stadt deutlich aufgewertet wird?«

Claudio Vendramin (Grüne) sagte, er sei eigentlich dafür, erinnerte aber daran, dass das Theater auch saniert werden müsse, wenn es nicht mehr als Spielstätte, sondern nur noch als Schulaula genutzt werde: »Auch so entstehen Kosten in Millionenhöhe.«

Michael Sattler (FDP) stellte unter anderem eine Frage hinsichtlich des möglichen Standortes am Güterbahnhof. Den erhofften Strahlkraft-Charakter könne er sich da nur schwer vorstellen, meinte er. Kornacki entgegnete, aus Sicht der Gutachter sei gerade die Geländetopographie ein Pluspunkt. So schlägt die Machbarkeitsstudie ein Parkhaus unter dem Neubau vor. Da sei eine Senke ein Vorteil, so der Kultur-Geschäftsführer.

Am 20. September im Rat

In puncto Strahlkraft und Aufwertung fragte Gerd Büntzly (Linke) nach. Er erinnerte an die Entwicklung des Marta-Quartiers und wollte wissen, ob auch die Folgekosten für eine mögliche Entwicklung des Bereichs am Güterbahnhof ermittelt worden seien. Nein, diese Kosten seien nicht Bestandteil der Studie gewesen, antwortete Andreas Kornacki.

Spätestens Anfang nächster Woche wollen die Fraktionen beraten. Die Zeit ist knapp: Am 20. September soll im Rat über das weitere Vorgehen zum OWL-Forum abgestimmt werden.

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