Do., 12.09.2019

Dr. Norbert Koeller (73) aus Herford denkt noch nicht ans Aufhören Augenarzt mit Leib und Seele

2019: Dr. Norbert Koeller in seiner Praxis in der Radewig.

2019: Dr. Norbert Koeller in seiner Praxis in der Radewig. Foto: Moritz Winde

Herford (WB/mor). Er ist schon 73, von Ruhestand aber will Dr. Norbert Koeller nichts wissen: Dabei ist der Augenarzt seit 40 Jahren im Dienst.

Natürlich gab es genügend Gelegenheiten, den Job an den Nagel zu hängen. »Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber dieses und nächstes Jahr möchte ich auf jeden Fall praktisch weiter arbeiten.« Um die Nachfolge muss er sich keine Gedanken machen. Die beiden Brüder Privat-Dozent Dr. Matthias und Dr. André Klamann arbeiten bereits in der Praxis in der Radewig mit.

Koellers Start ins Berufsleben war alles andere als leicht. Mit bestandenem Staatsexamen und absolvierter Doktorarbeit an der Freien Universität Berlin seien 1978 freie Ausbildungsplätze in den Kliniken sehr rar gewesen. Die überhaupt erste freie Assistenzarzt-Stelle nach dreimonatigem Suchen und abgelehnten Bewerbungsschreiben sei eine Anstellung in der Anästhesie in einem Krankenhaus in Wilmersdorf gewesen.

Er nahm an, seinen Berufswunsch, einmal Augenarzt zu werden, gab er jedoch nicht auf. Nach einem Jahr, also Mitte 1979, schickte er weitere Bewerbungsschreiben an alle dortigen Augenkliniken. Diesmal mit Erfolg: »Von 185 Bewerbern im Klinikum Steglitz bekam ich die einzige freie Stelle und durfte endlich in meinem medizinischen Lieblingsfach anfangen«, erinnert sich der Herforder Augenarzt.

Er bekam schnell Einblick in die verschiedenen Bereiche der Augenheilkunde: Hornhaut- und Cataract-Chirurgie, Netzhaut- und Diabetes-Behandlung, Abteilung für Augenmuskelstörungen (Schielen), wie auch Glaukombereich und die Augenpoliklinik für ambulante Patienten waren nun im turnusmäßigem Wechsel seine Aufgaben. Gut kann er sich noch an die häufigen Notdiensteinsätze über Nacht erinnern. »Morgens ging’s direkt im Tagdienst weiter. Heute undenkbar.«

Koellers Ziel war es stets, eine Praxis zu eröffnen. Und das tat er nach bestandener Facharztprüfung auch – und zwar im September 1985 in der Radewiger Straße 18 zusammen mit einer Arzthelferin, die auch heute noch bei ihm arbeitet. Sollte der 73-Jährige irgendwann dann doch mal in Rente gehen, stehe bestimmt zum dritten Mal ein Hilfseinsatz in Uganda an. »In Zentralafrika ist die Not am größten.«

1980: Dr. Norbert Koeller gratuliert seinem Chef, Prof. Hugo Hager, zum Geburtstag.

 

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