Fr., 13.09.2019

Struthoff (NWD-Freunde) begrüßt Neubaupläne – Polster fragt nach Altlasten OWL-Forum: CDU sucht ihren Kurs

Auf der Freifläche am Alten Güterbahnhof soll das OWL-Forum entstehen. Stadtführer Mathias Polster fragt, ob der Boden auf Altlasten hin untersucht worden ist.

Auf der Freifläche am Alten Güterbahnhof soll das OWL-Forum entstehen. Stadtführer Mathias Polster fragt, ob der Boden auf Altlasten hin untersucht worden ist. Foto: Moritz Winde

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Die Reihenfolge war ungewöhnlich und der Kürze der Zeit geschuldet. Noch bevor sich die Fraktionen mit den Plänen zum OWL-Forum konnten, waren sie bereits Thema im Kulturbeirat .

Während Birgitt Fischer (SPD) und Claudio Vendramin (Grüne) durchblicken ließen, dass sie die Idee des OWL-Forums persönlich gut fänden, blieb die CDU stumm.

Stimmt CDU-Fraktion geschlossen ab?

Nachdem deren Fraktionsvorsitzender Wolfgang Rußkamp das 97-Millionen-Euro-Projekt frühzeitig als »überdimensioniert« abgetan hatte, sucht die Partei jetzt offenbar nach einem Kurs. Am Montag treffe man sich zur Fraktionssitzung, sagt der CDU-Kulturpolitiker Andreas Gorsler.

Ob es in der CDU beim OWL-Forum Gräben gebe – diese Vermutung will Gorsler nicht bestätigen, erklärt aber: »Wir werden am Montag auch darüber sprechen, ob die Fraktion geschlossen abstimmt.«

Gespräche mit Baudezernat

Zu den Gästen im Kulturbeirat zählte Stadtführer Mathias Polster. Als bloßer Zuhörer meldete er sich nicht zu Wort, sagt aber später gegenüber dem HK zum möglichen Standort am Alten Güterbahnhof: »Mich hätte interessiert, ob die Voraussetzungen im Untergrund geprüft worden sind. Gibt es dort Altlasten?« Polster gibt zu bedenken, dass dort Gebäude standen, »deren Reste sicher nicht vollständig entfernt wurden«.

Auf der dortigen Parkfläche soll ein Neubau mit zwei Sälen für Theater und Konzerte entstehen. In der Machbarkeitsstudie heißt es dazu, am Standort Güterbahnhof könnten Kostenrisiken in Altlasten liegen. Eine dezidierte Bodenuntersuchung habe es nicht gegeben, sagt Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur gGmbH: »Allerdings haben Gespräche der Gutachter mit dem Baudezernat zur Eignung der Standorte stattgefunden.«

Großer Saal wurde 1898 errichtet

Über den Schützenhof sagt Polster, der große Saal sei bereits 1898 errichtet worden und komplett sanierungsbedürftig. Aus seiner Sicht bleibt der Unterhaltungsaufwand bei alten Gebäuden immer groß: »Langfristig betrachtet macht ein Neubau mehr Sinn.«

Begeistert von der Konzeption des OWL-Forums – vorbehaltlich Land und Bund fördern mit jeweils einem Drittel – ist Ralf Struthoff, Vorsitzender der NWD-Freunde. Auch er betont, der Schützenhof müsse dringend saniert werden. Unter anderem gehe es um Lärmemission und Brandschutz. In der Machbarkeitsstudie werden die Kosten für die Sanierung auf 13,6 Millionen Euro beziffert. Falsch sei die Annahme, so Strufhoff, man könne erst das Theater sanieren und dann zehn Jahre mit dem Schützenhof warten: »Dann verliert das Orchester seine Spielstätte.«

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