Fr., 13.09.2019

Beratungsstelle feiert 30-jähriges Bestehen mit 100 Gästen Femina Vita gibt Mädchen eine Stimme

Feier zum 30. Jubiläum von Femina Vita: (von links) Kreisdezernent Norbert Burmann, Geschäftsführerin Ingrid Schneider, Renate Janßen von der Landesarbeitsgemeinschaft autonomer Mädchenhäuser und Vize-Bürgermeister Andreas Rödel.

Feier zum 30. Jubiläum von Femina Vita: (von links) Kreisdezernent Norbert Burmann, Geschäftsführerin Ingrid Schneider, Renate Janßen von der Landesarbeitsgemeinschaft autonomer Mädchenhäuser und Vize-Bürgermeister Andreas Rödel. Foto: Bärbel Hillebrenner

Von Bärbel Hillebrenner

Herford (WB). Viele dicke Bretter mussten die Unterstützer der Mädchenberatungsstelle Femina Vita vor 30 Jahren bohren. »Vor der Gründung stießen die Initiatoren auf viel Widerstand, vor allem in der Politik. Heute aber, nach drei Jahrzehnten, wird das Mädchenhaus dringender denn je gebraucht«, sagte Andreas Rödel.

Der stellvertretende Bürgermeister erinnert sich gut an die Zweifler und Skeptiker unter den Politikern – heute aber wird die Einrichtung gern mit Zuschüssen finanziert. Die nächsten drei Jahre sind gesichert, hieß es am Freitag während der Feierstunde zum Jubiläum.

Kostenfreie Beratung und Hilfe

Mehr als 100 Gäste waren ins Denkwerk gekommen – Förderer, Unterstützer, Sponsoren, Vereine, Verbände, Organisationen, Polizei und Politik. »All jene Gruppierungen, mit denen wir seit 30 Jahren eng zusammenarbeiten«, sagte Geschäftsführerin Ingrid Schneider. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern von Femina Vita.

Der Verein hat seinen Sitz in der Höckerstraße 13, dort werden Mädchen und Frauen bis 27 Jahren, die Gewalt und sexualisierte Übergriffe erleiden mussten, beraten und kostenfrei begleitet. Darüber hinaus unterstützen acht Mitarbeiter die Mädchen auch in anderen Konflikten mit ihrem sozialen Umfeld oder bei Essstörungen, oftmals Folgen der Gewalt.

6000 Mädchen in 30 Jahren

200 Betroffene sind es im Jahr, an die 6000 in den vergangenen 30 Jahren; immer mehr Mädchen mit Migrationshintergrund wenden sich an Femina Vita. In den letzten Jahren sind Traumatisierungen durch Cyber-Mobbing in den sozialen Netzwerken vermehrt hinzugekommen.

Im Kreis Herford, so sagte Kreisdezernent Norbert Burmann, habe die Beratungsstelle eine gewichtige Stimme und sei der Anwalt für die betroffenen Mädchen und Frauen. »Femina Vita ist ein Aushängeschild für den ganzen Kreis. Der Fall Lügde zeigt, wie dringend Präventions- und Bewältigungsarbeit nach Gewalterfahrung ist.«

Finanzmittel bereitstellen

Insbesondere durch die Neuen Medien hätte sich die Anforderung an die Beratungsstelle rasant verändert, ergänzte Vize-Bürgermeister Andreas Rödel. Und noch heute seien die Rechte von Mädchen und Frauen immer noch keine Selbstverständlichkeit.

Deshalb betonte Renate Janßen von der Landesarbeitsgemeinschaft autonomer Mädchenhäuser, dass ausreichende Finanzmittel bereitgestellt werden müssten, um Opferschutzhilfe zu leisten, Medienkompetenz zu vermitteln und die Missstände aus der Dunkelheit zu holen. Im Mittelpunkt der Arbeit stünde weiterhin der Kampf gegen sexualisierte Gewalt.

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