Fr., 13.09.2019

Nach dem Umbau: Herfords Markthändler sind in Top-Laune »Es ist Bombe!«

Kochduell in der Showküche: Pro-Herford-Mann Manfred Bischoff (links) und der stellvertretende Bürgermeister Andreas Rödel schwingen beim Marktfest Pfannen und Töpfe – den Zuschauern gefällt’s.

Kochduell in der Showküche: Pro-Herford-Mann Manfred Bischoff (links) und der stellvertretende Bürgermeister Andreas Rödel schwingen beim Marktfest Pfannen und Töpfe – den Zuschauern gefällt’s. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Zwei Wochen nach Eröffnung ist Zeit für ein Fazit: Die Stimmung bei den Herforder Markthändlern könnte kaum besser sein oder um es mit Susanne Schnarres Worten zu sagen: »Es ist Bombe!«

Die Chefin der Herringhauser Holzofenbäckerei bekommt leuchtende Augen, wenn sie von der neuen Filiale im Herzen der Innenstadt spricht. »Es hätte nicht besser laufen können.« Vor allem an den Samstagen herrscht Hochbetrieb in der historischen und für 5,4 Millionen Euro sanierten Halle . Vor vielen Verkaufsständen bilden sich dann lange Schlangen.

Nicht nur die Kaufleute bewerten den Auftakt als überaus gelungen. Auch Markthallenmanager Stefan Tillmann ist begeistert: »Wir hatten mehr als 15.000 Besucher – und zwar ohne die Eröffnung«, sagt der Pro-Herford-Mann und zeigt auf den digitalen Personenzähler am Eingang.

Der Freitag – eigentlich kein typischer Markttag – soll mit Veranstaltungen populärer werden. Beim ersten Marktfest gab’s Live-Musik und einen Koch-Wettkampf in der Show-Küche. Tillmann: »Es muss sich eben auch erst rumsprechen, dass freitags bis 19 Uhr geöffnet ist.«

Es gibt aber nicht nur Positives: Der Fischstand ist nach wie vor nicht besetzt. Weil es schwierig ist, einen Mieter zu finden, soll das Anforderungsprofil aufgeweicht werden. Und: In der Haupthalle steht ein blauer Eimer. Der Grund: Es tropft durchs Dachfenster.

Susanne Schnarre (53), Holzofen-Bäckerei: »Es ist Bombe! Die Resonanz hat unsere Erwartungen übertroffen. An Samstagen mussten wir mehrfach Nachschub aus der Zentrale holen. Wir haben viele neue Kunden gewonnen.« Foto: Moritz Winde

Nicole Beckmann (44), Bio-Zeit: »Wir haben gut zu tun. Vor allem die Samstage sind mega. Die Halle ist eine tolle Plattform, es war die richtige Entscheidung. Auch die Händler wachsen zusammen. Es ist ein schönes Miteinander.« Foto: Moritz Winde

Silke Laffontien (51), Getränkeinsel: »Wir sind gut zufrieden. Diese lebendige Fröhlichkeit ist einmalig, kein Vergleich zu der oft verlassenen Halle früher. Unser Mittagstisch wird prima angenommen. Jetzt müssen sich noch einige Kleinigkeiten fügen.« Foto: Moritz Winde

Mario Orto (73), Obst- und Gemüse : »Die neue Markthalle ist ein Glücksfall. Ich liebe diese besondere Atmosphäre. Auch die Umsätze sind in Ordnung. Wobei ich sagen muss, dass der Wochenmarkt in den 60ern auch schön war. Alles hat seine Zeit.« Foto: Moritz Winde

Achim Valentin (59), Wildkammer: »Die Halle wird toll angenommen – selbst wenn man die Anfangseuphorie abzieht. Es ist das Konzept der Zukunft. Ich wollte unbedingt dabei sein und bin froh, dass es geklappt hat.« Foto: Moritz Winde

Afif Boudaouara (47) und Fatma Rekhis (40), Tee- und Kaffeespezialitäten: »Besser geht immer, aber wir sind zufrieden. Es braucht Zeit, bis sich das neue Konzept etabliert hat. Wir sind glücklich, ein Teil davon zu sein.« Foto: Moritz Winde

 

Kommentare

Optimismus ist Händlerpflicht

Es wäre ja traurig, wenn es so kurz nach der Eröfffnung keine guten Schlagzeilen zum Prestigeprojekt Markthalle geben würde.

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten habe ich die Markthalle in der ersten Woche nach der Eröffnung an jedem Markttag zu unterschiedlichen Uhrzeiten besucht. Es waren dienstags, donnerstags und freitags durchaus Menschen in der Halle unterwegs, aber ich empfand den Andrang als überschaubar. Am Samstag nach der Eröffnung war es dann deutlich belebter, so wie es auch in der Zeit vor der Renovierung üblich war.
Die Besucherzahl 15.000 hinterfrage ich kritisch: wurden diese Besucher nur beim Eintritt in die Halle durch eine der beiden Haupttüren gezählt oder handelt es sich um die Summe der Personen, die irgendeine Tür zur Halle passiert haben, egal in welche Richtung. Ich selbst habe z.B. bei einem Besuch die Halle durch eine Tür betreten und wieder verlassen und bin dann noch einmal durch eine andere Tür in die Halle gegangen, um einen visuellen Eindruck aus einer anderen Richtung zu bekommen, wurde ggf. also mehr als einmal gezählt.

Allen Händlern in der Halle wünsche ich einen gleichbleibend guten Kundenzulauf, der auch nach der "Phase der Neugier" wirtschaftlichen Erfolg gewährleistet.

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