Verkehrsclub bewertet Bus-Stopps – Alter Markt »befriedigend«, Bahnhof »gut«
Haltestelle Klinikum erhält glatte Sechs

Herford (WB). Der Zugang zum ÖPNV ist entscheidend für dessen Nutzung: Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat viel frequentierte Bushaltestellen in Herford untersucht – mit durchwachsenem Ergebnis.

Donnerstag, 19.09.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 10:22 Uhr
Vincent (12) ist auf den Rollstuhl angewiesen, für ihn ist es problematisch, von der Haltestelle zum Klinikumportal zu kommen. »Hier muss etwas passieren«, sagt seine Mutter Claudia Raukohl. Deshalb demonstrierte sie mit zahlreichen Vertretern des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) für eine Verbesserung der Situation am Klinikum. Denn nicht alle kennen den Geheimtipp: Vom benachbarten Parkhaus führt ein Aufzug in Eingangsnähe. Foto: Bexte
Vincent (12) ist auf den Rollstuhl angewiesen, für ihn ist es problematisch, von der Haltestelle zum Klinikumportal zu kommen. »Hier muss etwas passieren«, sagt seine Mutter Claudia Raukohl. Deshalb demonstrierte sie mit zahlreichen Vertretern des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) für eine Verbesserung der Situation am Klinikum. Denn nicht alle kennen den Geheimtipp: Vom benachbarten Parkhaus führt ein Aufzug in Eingangsnähe. Foto: Bexte

Der zentrale Knotenpunkt am Alten Markt erhält die Note befriedigend, die Haltestelle am Bahnhof immerhin ein »gut«, die vor dem Klinikum allerdings eine glatte 6. »Das ist die schlechteste Haltestelle, die wir uns bislang angeschaut haben«, sagt Philipp Kosok vom VCD-Bundesverband in Berlin.

Im Rahmen des Bundesprojektes »Zu Fuß zur Haltestelle« hat er sich mit Kollegen in Herford umgesehen. Ergebnis: Der Ein- und Ausstiegspunkt am Klinikum sei nur schwer zu finden, weit vom Eingang entfernt und miserabel zugänglich. »Die Haltestelle entspricht nicht den Anforderungen an einen attraktiven ÖPNV, für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ist sie eine Zumutung«, meint auch Heidi Hetz vom örtlichen VCD.

VCD fordert schneller Busverbindung

Die einzig vorhandene Bordsteinabsenkung führt Rollstuhlfahrer direkt auf die Zufahrtstraße und dann geht es bergauf zum Krankenhausportal. »Das ist eine Zumutung.« »Ja, wir wissen, dass die Situation hier eine Katastrophe ist«, sagt Arne-Christian Winter vom Baumanagement am Klinikum.

Für Fußgänger sei deshalb gerade eine Treppe vom Haltestellengelände zur Klinikumzufahrt gebaut worden, es fehle nur noch das Geländer. Grundlegend verbessern lasse sich die Situation aber erst, wenn auf dem Areal der abgängigen Kinderklinik ein Wendehammer eingerichtet werde. »Das wird aber noch ein paar Jahre dauern.« So lange will der VCD nicht warten. »Wir brauchen so schnell wie möglich eine Haltestelle vor dem Klinikumeingang«, fordert Heidi Hetz.

Das Kreis-Klinikum Herford beschäftige mehr als 2000 Angestellte, habe im vergangenen Jahr 107.000 Patienten versorgt. »Hinzu kommen die Besucher. Viele verlieren wir als potenzielle Busfahrgäste, weil die Situation an der Haltestelle so schlecht ist.« Auch die Einrichtung einer direkten Buslinie könne das Angebot attraktiver machen. Statt vom Bahnhof zunächst über den Alten Markt zu fahren (S6), solle der Bus direkt über die Hansastraße das Klinikum ansteuern. »Die Fahrtzeit würde sich von 18 auf neun Minuten halbieren.«

»Alter Markt zu klein«

Deutlich besser schnitt bei der Untersuchung die Haltestelle am Bahnhof ab. »Die hat eine hohe Aufenthaltqualität, ist nahezu barrierefrei«, lobt Kosok. Es fehle allerdings eine digitale Anzeige mit aktuellen Infos über die Abfahrtzeiten.

Problematischer sei hingegen die Situation am Alten Markt, dem zentralen Knotenpunkt aller Buslinien. Komfort und Aufenthaltsqualität an den Haltestellen seien zwar optimal. Aufgrund des hohen Busverkehrs sei es aber schwierig, sich hier zu orientieren und Informationen zu erhalten. »Der Platz ist eigentlich zu klein für so viele Busse.« Die Stadt erwägt bekanntlich, den Bahnhof statt den Alten Markt als zentralen Busbahnhof zu nutzen. Eine Entscheidung steht allerdings noch aus.

Herford war die vierte Stadt, in der der VCD Haltestellen unter die Lupe genommen hat, in OWL waren dies auch Bad Oeynhausen und Lübbecke.

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