Herforder Kinderporno-Fall: Ermittler nehmen Sohn des Hauptbeschuldigten ins Visier
Razzia auch im Raum Paderborn

Herford (WB). Half der Sohn dem Vater? Im Herforder Kinderporno-Fall gibt es einen zweiten Beschuldigten: Es bestehe der Verdacht von Unterstützungshandlungen, sagt dazu der Bielefelder Staatsanwalt Udo Vennewald.

Donnerstag, 19.09.2019, 03:00 Uhr
Die beiden Wohnwagen des Hauptbeschuldigten standen auf dem Campingplatz in Herford. Foto: Moritz Winde
Die beiden Wohnwagen des Hauptbeschuldigten standen auf dem Campingplatz in Herford. Foto: Moritz Winde

Details wollte er nicht nennen. Nach Informationen dieser Zeitung soll es am Dienstag aber weitere Durchsuchungen gegeben haben – diesmal im Raum Paderborn. Dort soll der junge Mann wohnen und als Informatiker arbeiten. Polizisten sollen jede Menge Computer und Speichermedien sichergestellt haben.

Der Herforder Rechtsanwalt Christian Thüner vertritt den Sohn des Hauptbeschuldigten. »Mein Mandant hat sich hilfesuchend bei uns gemeldet. Wir werden uns am Donnerstag zusammensetzen und die Angelegenheit besprechen.«

Mutter zeigte sich schockiert

Am Montag hatten die Behörden zwei Wohnwagen auf dem Campingplatz am Elisabethsee in Herford sowie die Wohnung des 56-Jährigen in Hiddenhausen durchsucht und mutmaßlich kinder- und jugendpornografisches Material beschlagnahmt. Anders als im Lügde-Skandal gehe es allerdings nicht um Kindesmissbrauch, sondern um den Besitz von Kinderpornos. Offenbar sind die Ermittler während der Vernehmung des 56-Jährigen auf die Verbindungen zum Sohn gestoßen. Die Frage ist nun: Ob und wenn ja in welcher Form der IT-Techniker in den Fall verstrickt ist.

Der Hauptbeschuldigte wohnt in der Dachgeschosswohnung eines Einfamilienhauses im Hiddenhauser Ortsteil Schweicheln. Hier soll der überwiegende Teil des belastenden Materials gefunden worden sein. Unten wohnt seine Mutter. Sie zeigte sich im Gespräch mit dieser Zeitung schockiert, wollte sich zu dem Sachverhalt aber nicht näher äußern.

»Vorwürfe nicht mit Lügde vergleichbar«

Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES war der Mann verheiratet, soll aber bereits seit Jahren alleine in seiner Wohnung leben, nach Angaben von Nachbarn äußerst zurückgezogen. »Wir haben in all den Jahren nie miteinander gesprochen, ich habe immer nur gesehen, wie er in sein Auto stieg und wegfuhr«, sagt ein Anwohner der Straße. Die massive Polizeipräsenz in den vergangenen Tagen vor dem Haus hatte dann für Unruhe in der Nachbarschaft gesorgt. »Hier war den ganzen Tag über was los.«

Der Beschuldigte, ein Automechaniker, ist seit vielen Jahren passionierter Camper, soll zuvor einen Wohnwagen am Campingplatz in Borlefzen (Vlotho) gehabt haben.

Staatsanwalt Udo Vennewald betont, dass die im Raum stehenden Vorwürfe nicht mit Lügde vergleichbar seien. »Ersetzen Sie Campingplatz mit Garage. Wir reden hier maximal von mittlerer Kriminalität.« Auch das sei ein Grund, weshalb der 56-Jährige nach dem Verhör auf der Polizeiwache wieder auf freien Fuß gesetzt worden sei.

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