Mi., 25.09.2019

Keine toten Tiere in der Werre gefunden – mit Video Nach Schaumlawine: Kreis gibt Entwarnung

Dieser Moment kommt so schnell sicher nicht wieder: Anwohner Manfred Dunst wagt sich in die Schaumberge unterhalb des Wehres. »Echt beeindruckend«, sagt er.

Dieser Moment kommt so schnell sicher nicht wieder: Anwohner Manfred Dunst wagt sich in die Schaumberge unterhalb des Wehres. »Echt beeindruckend«, sagt er. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Nachdem sich der Schaum aufgelöst hat, wird klar: Ja, sie leben noch! Zumindest auf den ersten Blick haben die Werre-Bewohner die Ausnahmesituation wohl überstanden. Ob das Ökosystem langfristig Schaden genommen hat, ist noch nicht absehbar.

Der Kreis Herford gibt am Dienstagmittag nach Begehungen des Flussufers in Herford und Löhne vorsichtig Entwarnung. »Natürlich beeinträchtigt ein solcher Vorfall die Umwelt. Ich bin aber optimistisch, dass die Tiere auf unserem Gebiet diesen Eingriff in die Natur verkraften werden«, sagt Uwe Klitsch. Der Ingenieur der Unteren Wasserbehörde hat an mehreren Stellen kontrolliert – mit erfreulichem Ergebnis.

Anders als in der Bega – der Fluss liegt direkt neben dem Ort der Brandkatastrophe – habe in der Werre kein Lebewesen tot auf der Oberfläche getrieben. Im Gegenteil: Fische, Krebse, Vögel und Co. tummeln sich im Wasser, als wäre nie etwas passiert.

»Die Konzentration und damit das Risiko nimmt mit jedem Flusskilometer ab«, sagt Klitsch. Fraglich ist jedoch, ob Mikroorganismen – also Algen, Bakterien und Pilze – geschädigt wurden. Klarheit soll das Wasserproben-Gutachten bringen. Ergebnisse werden in den nächsten 14 Tagen erwartet.

 

Nach dem Großbrand in Schötmar waren tausende Liter Löschschaum in die Bega und von dort in die Werre gelangt. Das Bergertor-Wehr wirbelte das Gemisch derart durcheinander, dass riesige Schaumberge entstanden.

Zwar soll das Mittel nach Auskunft der Herforder Feuerwehr biologisch abbaubar sein, niemand weiß aber, was wirklich in den Werkstatthallen verbrannt und mit dem Löschwasser in der Umwelt gelandet ist.

Nach Angaben des Kreises Lippe befanden sich in der Firma diverse Stoffe und Materialien – darunter Holzplatten, Gasflaschen, Öl und Kunststoffe. Am Brandort seien auch Eternitplatten – frühere und ausländische Produkte enthalten Asbest – untersucht worden. In der Luft sei kein Asbest gemessen worden.

 

 

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