Auch in Herford rückt das Thema zunehmend in den Fokus
Umweltschutz bewegt

Von Bernd Bexte

Samstag, 28.09.2019, 12:00 Uhr
Löschschaum aus Schötmar türmt sich auf der Werre am Bergertorwehr auf. Foto: Moritz Winde
Löschschaum aus Schötmar türmt sich auf der Werre am Bergertorwehr auf. Foto: Moritz Winde

Herford (HK). Alle reden vom Weltklima. Um zu erkennen, wie verletzlich die Natur ist, reicht aber ein Blick vor die Haustür.

Der Großbrand in Schötmar hat in dieser Woche mächtig viel Schaum auf der Werre aufgewirbelt. Was in Herford zwei Tage ein imposantes Schauspiel bot, hat im benachbarten Bad Salzuflen ernsthafte Folgen: Der an sich offenbar harmlose Löschschaum scheint aus der niedergebrannten Halle an der Bega Schadstoffe gespült zu haben, die dann zu einem Fischsterben führten. Der dortige Sportfischerverein spricht von einem immensen Schaden.

Welche Folgen hat das Schaumspektakel?

Inwieweit die Werre und damit die Herforder Natur betroffen ist, soll die Analyse von Wasserproben klären. Das Ergebnis steht noch aus. Tote Fische gibt es hier aber wohl noch nicht. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Bei einem Großbrand wie in Schötmar hat der Kampf gegen die Flammen Priorität. Dennoch: Der Einsatz von tausenden Litern Löschschaum könnte auch für Herford Folgen haben, die das Schaumspektakel nicht so schnell vergessen lassen.

Welche Folgen der Ausbau der Vlothoer Straße für den dortigen Baumbestand hat, ist ebenfalls noch unklar. Im Juni war von 50 Bäumen die Rede. Nach heftiger Kritik überarbeitete die Stadt die Pläne. Jetzt bleibt es vielleicht bei »nur« 20 Bäumen, wie eine Planungsvariante vorsieht. In diesen Zeiten reagiert die Öffentlichkeit halt sensibler, wenn es um Naturschutzbelange geht.

Menschen mischen sich ein

Das zeigt auch der Unfall am Mittwoch auf dem Alten Markt, der vor einigen Jahren wohl kaum beachtet worden wäre. Nicht zum ersten Mal hatte dort ein Linienbus auf einer Bodenwelle aufgesetzt und 80 Liter Diesel verloren. Der Verkehrsbetrieb BVO sucht nun nach Lösungen, damit sich das nicht wiederholt.

Auch wenn die drei genannten Beispiele in keinem Zusammenhang stehen, machen sie eines deutlich: Umweltschutz bekommt immer mehr Aufmerksamkeit, er bewegt die Menschen, sie mischen sich häufiger ein, was nicht nur die erstaunlich gut besuchte Klima-Demonstration vor einer Woche in der Innenstadt belegt. Übertrieben? Alles nur ein Trend? Ein Blick in den kranken Wald im Stuckenberg dürfte als Antwort reichen.

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