Naturschützer sprechen mit Dezernenten über Ausbau der Vlothoer Straße
BUND fordert: »Bäume müssen bleiben«

Herford (WB). »Wir wollen möglichst alle Bäume an der Vlothoer Straße erhalten«, sagt der BUND-Kreisvorsitzende Bernd Meier-Lammering. Am Montag traf er sich mit Dr. Peter Böhm (Beigeordneter der Stadt), um für den Erhalt der Bäume zu werben. Zugleich übte er Kritik an den bisherigen Planungen der Stadt.

Dienstag, 01.10.2019, 07:12 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 08:44 Uhr
Mit abwaschbarer Farbe zeichnet Bernd Meier-Lammering den Bereich ein, der in Zukunft für Fahrradfahrer bestimmt sein sollte. Aus einem Teilstück der Vlothoer Straße wollen die Naturschützer eine Fahrradstraße machen. Foto: Ralf Meistes
Mit abwaschbarer Farbe zeichnet Bernd Meier-Lammering den Bereich ein, der in Zukunft für Fahrradfahrer bestimmt sein sollte. Aus einem Teilstück der Vlothoer Straße wollen die Naturschützer eine Fahrradstraße machen. Foto: Ralf Meistes

Die Stadt Herford will die Vlothoer Straße umgestalten , um damit der Tatsache Rechnung zu tragen, dass künftige 2000 Menschen mehr auf dem Stiftberg leben und arbeiten werden als bisher. Die Stadt will beide Kasernenflächen (Wentworth und Hammersmith) rechts und links der Vlothoer Straße entwickeln.

Neben einer Ursprungsplanung gibt es vier neue Varianten für den Ausbau der Vlothoer Straße. Bei einer Neugestaltung der Straße würden – je nach Variante – zwischen 20 und 50 Bäume gefällt werden. »Wir wollen eine Lösung anbieten, die die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt«, betonte Dr. Böhm. Auch er wolle die Allee entlang der Vlothoer Straße erhalten.

Kritik: Naturschutzverbände nicht einbezogen

Diese Aussage rief bei Bernd Meier-Lammering Kritik hervor. »Sie wollen den Allee-Charakter erhalten. Das ist etwas Anderes. Das bedeutet nämlich, dass an vielen Stellen der alte Baumbestand weichen muss und sie neue Bäume pflanzen wollen. Wir wollen aber die Bäume, die seit 50, 60 Jahren hier wachsen, schützen und erhalten«, erklärte der BUND-Kreisvorsitzende. Im Übrigen wünsche er sich hier auch mehr Einsatz von der Grünen-Ratsfraktion, sagte er.

Zugleich zeigte Meier-Lammering Unverständnis dafür, dass weder der Naturschutzbeirat des Kreises noch die Naturschutzverbände in die Planungen einbezogen worden sind. Dr. Böhm machte deutlich, zunächst habe die Verwaltung die Politik informieren wollen. »Zur Meinungsfindung der Politiker gehört doch, dass sie alle Seiten einmal hören. Dazu gehört auch die Meinung der Naturschützer«, so Meier-Lammering.

Verkehrsausschuss bespricht die Pläne

Er kritisierte auch das bisherige Verfahren der Verwaltung. »Die Vorlage mit den Varianten ist auf die Blickrichtung der Autofahrer abgestimmt. Dabei wäre die Debatte über den Ausbau der Vlothoer Straße dazu geeignet, sich dazu zu positionieren, wie viel Autoverkehr wir eigentlich noch in der Stadt haben wollen.«

Böhm nahm die Kritik zur Kenntnis, sah die Sachlage aber anders. »Selbstverständlich müssen wir bei den Verkehrsplanung berücksichtigen, dass hier künftig mehr Menschen unterwegs sein werden. Auch haben wir den Verkehr rund um das KMG und die Grundschule Stiftberg im Blick«, betonte der Beigeordnete.

Der BUND sprach sich für die Ausbauvariante D aus. Diese sieht vor, dass die Anbindung des Wentworth-Areals zur Stadtholzstraße zur Fahrradstraße umgewidmet wird. Am heutigen Dienstag spricht der Verkehrsausschuss über die Pläne.

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