Mi., 02.10.2019

Einbau der 22 Meter langen Stahlträger für die neue Schillerbrücke in Herford Tonnenschwere Zentimeterarbeit

Kommt ein 16,5 Tonnen schwerer Stahlträger geflogen: Der XXL-Kran setzt die 22 Meter lange Strebe auf die Widerlager. In den nächsten Wochen sollen die Balken mit Holz und Beton zu einem 14 Meter breiten Bauwerk verbunden werden.

Kommt ein 16,5 Tonnen schwerer Stahlträger geflogen: Der XXL-Kran setzt die 22 Meter lange Strebe auf die Widerlager. In den nächsten Wochen sollen die Balken mit Holz und Beton zu einem 14 Meter breiten Bauwerk verbunden werden. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Sitzt, passt, wackelt und hat Luft! Wobei: Wackeln tun die fünf Stahlträger zum Glück nicht. Wird ja schließlich auch keine Wackelbrücke, sondern die neue Verbindung über die Aa ins Marta-Quartier.

Die 22 Meter langen Streben sind das Herzstück der Schillerbrücke. In der Nacht wurden sie mit Tiefladern angeliefert. Fast schon elegant schweben die Stützen am Dienstagmorgen per XXL-Kran zu ihrem Zielort. Der Mann am Joystick braucht nicht nur jede Menge Erfahrung, sondern zudem reichlich Fingerspitzengefühl. Es ist so eng, dass die Träger nur wenige Meter an den Häusern vorbeifliegen. Jeder Balken – allesamt sind Sonderanfertigungen einer Spezialfirma aus Emden – wiegt stolze 16,5 Tonnen.

Knappe Kiste: Die Träger schweben nur wenige Meter an den Häusern vorbei. Foto: Moritz Winde

Was für Laien spektakulär aussieht, ist für die Profis Alltagsgeschäft. Wenn nur der Dauerregen nicht wäre. »Ich bin pitschnass. Das nervt gewaltig«, sagt Polier Peter Weidner vom ausführenden Bauunternehmen Scheidt aus Herford.

Doch bange machen gilt nicht: Der Zeitplan ist eng getaktet, eine Verschiebung der Aktion kein Thema. »Alles ist ja aufeinander abgestimmt«, sagt der 52-Jährige, der schon beim Neubau der wesentlich größeren Hansabrücke seine Finger im Spiel hatte.

Schillerbrücke soll Mitte 2020 fertig sein

Zwar geht es wegen der erschwerten Bedingungen etwas langsamer voran: Die Balken erreichen aber bis zum Nachmittag die so genannten Widerlager und verbinden die beiden Straßenseiten miteinander. Darüberzugehen ist zwar noch nicht erlaubt, erstmals seit dem Abriss des maroden Bauwerks Anfang des Jahres hat man nun aber das Gefühl: Die Schillerbrücke nimmt Gestalt an.

Auch Martin Schöckinghoff, zuständig für die Unterhaltung der Brücken bei der Stadt Herford, ist zufrieden. Am Dienstag traf er sich mit den Ingenieuren von Bockermann und Fritze, um sich ein Bild von der Lage zu machen. »Ich habe nichts zu meckern. Es klappt reibungslos.«

Weil niemand weiß, wie heftig der Winter wird, hält er sich mit Prognosen zur Fertigstellung eigentlich lieber zurück. Diesmal riskiert Martin Schöckinghoff ausnahmsweise aber mal eine Vorhersage: »Ich bin zuversichtlich, dass die Schillerbrücke Mitte 2020 freigegeben werden kann.« Dann kann die Behelfsbrücke verschwinden.

Ursprünglich hatte die Verwaltung mit Ende 2019 gerechnet. Doch es gab Komplikationen, wodurch das 1,5-Millionen-Euro-Projekt etwa 400.000 Euro teurer wird.

Per Zollstock kontrolliert ein Arbeiter die korrekte Lage der Stahlstützen. Foto: Moritz Winde

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