Do., 10.10.2019

Café-Betreiber sorgt sich um Existenz – Eigentümerin: »Wir warten auf Gutachten« Stillstand am Brandhaus

Aydin Ceber vom Café Cerdo ist gefrustet. Dort, wo früher Eis und Kaffee serviert wurden, tut sich derzeit nichts.

Aydin Ceber vom Café Cerdo ist gefrustet. Dort, wo früher Eis und Kaffee serviert wurden, tut sich derzeit nichts. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde und Bernd Bexte

Herford (WB). Was ist eigentlich am Brandhaus los? Das wüsste Aydin Ceber vom Café Cerdo auch gerne. »Ich habe hier seit Wochen keinen Arbeiter gesehen.« Damit dürfte sich eine Wiedereröffnung in diesem Jahr erledigt haben.

Der 53-Jährige steht im Erdgeschoss und lässt den Blick schweifen. Überall ragen Kabel und Rohre heraus, mehrere Stahlstützen sollen der Holzdecke Halt geben. Vor Kurzem erst musste der gesamte Estrich herausgestemmt werden, weil sich die Kokosfaserdämmung mit Wasser vollgesogen hatte. Es herrschen quasi Rohbauzustände, an einen baldigen Café-Betrieb ist nicht zu denken.

Dementsprechend gefrustet ist die Betreiberfamilie. »Für uns alle ist das extrem hart. Meine Frau und meinen Sohn nimmt die Situation derart mit, dass sie emotional nicht in der Lage sind, einen Fuß ins Haus zu setzen. Sie verkraften das Ganze nicht. Der Laden ist schließlich unser Baby «, sagt Aydin Ceber. Deshalb versucht er, die Renovierung voranzutreiben, wobei ihm dabei jedoch die Hände gebunden seien. »Wir bekommen so gut wie keine Informationen, wie es weitergeht. Es ist zum Heulen!«

In einer Mulde neben dem Haus liegen die Reste des herausgeschlagenen Estrichs. Foto: Winde

Mindestens dreimal wöchentlich schaut der Bielefelder nach eigenen Angaben auf der Baustelle an der Herforder Lübbertorkreuzung nach dem Rechten. »Seit drei Wochen aber tut sich hier rein gar nichts mehr. Und niemand sagt uns, warum. Wir fühlen uns im Stich gelassen.«

»Wir werden wiederkommen!«

Wann und wie es mit dem sechsstöckigen Haus in der Innenstadt weiter geht, kann aber selbst die Eigentümerin nicht sagen. »Wir warten auf Stellungnahmen von mehreren Sachverständigen«, erklärt die Bielefelderin im Gespräch mit dieser Zeitung. Unter anderem würden Proben von Baumaterialien genommen. »Wir müssen dann schauen, was wo und wie wieder drauf gemacht werden kann.«

Nach dem verheerenden Großfeuer am 3. April, bei dem eine Seniorin ihr Leben verlor , wurde das gesamte Gebäude entkernt. Bereits im Juli hatte Immobilienprojektierer Bernd-P. Heinrich, dessen Frau das 1963 erbaute Haus gehört, die Hoffnung auf eine zügige Sanierung gedämpft. »Wir müssen viele Anträge stellen und Genehmigungen einholen. Das wird alles dauern«, hatte er damals erklärt.

Trotz aller Hindernisse versichert Café-Betreiber Aydin Ceber aber: »Wir werden wiederkommen!«

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