Do., 10.10.2019

Stadt Herford stellt neuen Mietspiegel vor – hohe Nachfrage nach kleinen Einheiten Wohnungsmarkt bleibt günstig

Beigeordneter Dr. Peter Böhm (Stadt Herford), Helmut Lückingsmeier (Vorsitzender des Gutachterausschusses, Kreis Herford), Martina Wenzel (Geschäftsführerin Verein der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer Herford), Dirk Stermann (Haus & Grund Ortsverein Herford), Magnus Kasner Geschäftsführer WWS), Rechtsanwalt Klaus Oehler (Syndikusanwalt Mieterverein Herford) und Bernd Wellhöner (Kreis Herford, von links) stellten im Technischen Rathaus den neuen Herforder Mietpreisspiegel vor.

Beigeordneter Dr. Peter Böhm (Stadt Herford), Helmut Lückingsmeier (Vorsitzender des Gutachterausschusses, Kreis Herford), Martina Wenzel (Geschäftsführerin Verein der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer Herford), Dirk Stermann (Haus & Grund Ortsverein Herford), Magnus Kasner Geschäftsführer WWS), Rechtsanwalt Klaus Oehler (Syndikusanwalt Mieterverein Herford) und Bernd Wellhöner (Kreis Herford, von links) stellten im Technischen Rathaus den neuen Herforder Mietpreisspiegel vor. Foto: Peter Schelberg

Von Peter Schelberg

Herford (WB). Wohnungseigentümern und Mietern bietet er eine Orientierung bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmieten: Der neue Herforder Mietspiegel für nicht preisgebundene Wohnungen ist am Dienstag vorgestellt worden.

Der von einer Arbeitsgruppe der Stadt mit Unterstützung des Gutachterausschusses beim Kreis Herford erstellte Mietspiegel soll Vermietern und Mietern ermöglichen, die Miethöhe einer Wohnung eigenverantwortlich zu vereinbaren Zugleich dient er als Begründungsmittel für Mieterhöhungen.

Durchschnittsmieten im Mittel um 35 Cent erhöht

Im Vergleich zum »alten« Mietspiegel, der im Oktober 2015 herausgegeben worden war, haben sich die monatlichen Durchschnittsmieten (in Euro pro Quadratmeter) im Mittel um 35 Cent erhöht, teilte Beigeordneter Dr. Peter Böhm mit. Bei den angegebenen Zahlen handelt es sich um Kaltmieten ohne Betriebskosten.

Neue Datenbasis

Ermittelt wurden sie auf einer neuen Datenbasis, wie Helmut Lückingsmeier, Vorsitzender des Gutachterausschusses, mitteilte. Grundlage sind jetzt Erhebungsbögen, die mit den Grundsteuerbescheiden an Haus-/Wohnungseigentümer versandt worden sind. Erfasst wurden laut Lückingsmeier vor allem »Lage, Größe, Beschaffenheit, Ausstattung, Baujahr – alles was wichtig ist, um eine Miete richtig einordnen zu können.«

2450 Mieten flossen so in die Bewertung ein: »Wir haben uns auf Mehrfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen beschränkt, überwiegend in normaler und guter Lage, um eine aussagekräftige Datenmenge für diese Grundstücke zu haben.«

Tabellen mit größerer Differenziertheit

Die Tabelle ist aufgeteilt in Baualtersklassen (Baujahre) und verschiedene Wohnungsgrößen. Sie unterscheidet sich von der alten Tabelle aus 2015 insbesondere durch eine »größere Differenziertheit«, wie Klaus Oehler, Syndikusanwalt des Mietervereins, erläuterte.

In der Tabelle sind Mittelwerte aus den Auswertungen für die jeweiligen Kategorien dargestellt und gleichzeitig eine Spanne vom unteren bis zum oberen Wert. Ist eine Wohnung neubaugleich saniert worden, wird sie in der Baualtersklasse eingeordnet, in der die Baumaßnahme stattgefunden hat. Zuschläge gibt es für eine energetische Vollmodernisierung: Nach Austausch der Heizungsanlage und aller Fenster und umfassender Wärmedämmung sei ein Zuschlag von bis zu 1,10 Euro pro Quadratmeter gerechtfertigt.

Neu im Mietspiegel ist die Einteilung in 20-Quadratmeter-Schritten bei den Wohnflächen, auch bei den Baualtersklassen wird deutlich stärker als 2015 differenziert. »Der Mietspiegel ist damit näher am Markt als bisher«, sagte Martina Wenzel (Verein der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer).

Die Unterteilung bei den »jüngeren« Wohnungen von 2001 bis 2010 und von 2011 bis 2018 führe in der jüngsten Wohnungsgruppe zu spürbar höheren Mieten als im alten Mietspiegel, sagte Oehler. In diesen Zahlen schlügen sich die höheren Baukosten und energetischen Kosten bei neueren Immobilien nieder, erklärte Wenzel. Beigeordneter Böhm verweist auf einen deutlichen Preissprung von 5,75 auf 6,39 Euro bei 40 Quadratmeter-Wohnungen der Baujahre 1961 bis 1970.

»Markt in Herford stabil gehalten«

»Trotz aller Erhöhungen ist der Wohnungsmarkt in Herford aber immer noch einer der günstigsten in NRW«, betonte WWS-Geschäftsführer Magnus Kasner. Bei höherer Qualität und Modernisierungen seien Wohnungssuchende aber durchaus bereit, höhere Mieten zu zahlen – und für Vermieter lohne es sich, zu investieren. »Es ist uns gelungen, den Markt in einem sehr dynamischen Umfeld stabil zu halten«, sagte Kasner.

Erkennbar ist ein Run auf kleinere Wohnungen, etwa für Studenten, Schüler und Singles. Aber auch für Wohnungen von 60 bis 100 Quadratmeter bestehe eine hohe Nachfrage. Und für schicke sanierte Altbauwohnungen, Stadtvillen mit Lounge und Blick aufs Wasser oder Neubauten gebe es in Herford genügend Gutverdiener, die bereit seien, höhere Mieten zu zahlen. sagte Martina Wenzel.

Der Mietspiegel ist im Rathaus, beim Mieterverein, den Haus- und Grundeigentümervereinen sowie bei der WWS erhältlich.

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