Fr., 11.10.2019

Neue Kostenschätzung liegt bei 37,7 Millionen Euro – Fertigstellung bis Ende 2020 Studentenhäuser werden teurer

Der große Bagger soll dabei helfen, die obersten Decken abzutragen, die auf allen drei Gebäuden lasten. Diese verstärkten Betondecken aufzubrechen und abzutragen, wird ein schwieriges Unterfangen sein. Die Decken sollen zuvor zersägt werden.

Der große Bagger soll dabei helfen, die obersten Decken abzutragen, die auf allen drei Gebäuden lasten. Diese verstärkten Betondecken aufzubrechen und abzutragen, wird ein schwieriges Unterfangen sein. Die Decken sollen zuvor zersägt werden. Foto: Ralf Meistes

Von Ralf Meistes

Herford (WB). Der Umbau der drei Studentenhäuser auf dem ehemaligen Hammer-smith-Gelände wird teurer als geplant (wir berichteten exklusiv). Statt 33,6 werden die Kosten voraussichtlich auf 37,7 Millionen Euro steigen. Gründe sind nachträgliche Änderungen sowie Verteuerungen aufgrund des derzeitigen Baubooms.

Weitere Risiken bestehen

Weitere Risiken bestehen darin, dass 32 Prozent des Bauvolumens noch nicht ausgeschrieben sind. »Bis Dezember werden wir genauere Zahlen vorliegen haben«, sagte SEH-Geschäftsführer Dr. Jan Miller. Klar ist heute schon, dass die Gebäude nicht wie geplant zum August 2020 fertiggestellt sein werden, sondern frühestens im Dezember 2020. Wobei es Überlegungen gibt, ob eines der drei Gebäude doch schon zum 1. September 2020 freigegeben werden kann, weil die Fachhochschule für Finanzen (FHF) 120 weitere Studenten unterbringen muss.

140.000 Euro pro Monat für die Container

In den drei ehemaligen Kasernengebäuden sollen bis zu 360 Studenten der FHF untergebracht sein. Derzeit bewohnen diese etwa 560 Container auf dem gegenüberliegenden Wentworth-Areal. 140.000 Euro kosten die Container im Monat. Bei vier Monaten würde dies also Mehrkosten von 560.000 Euro bedeuten.

Zu den umfangreichen Umbauarbeiten an den Kasernengebäuden an der Vlothoer Straße zählt unter anderem, dass aus den drei dreigeschossigen Gebäuden drei Fünfgeschosser gemacht werden.

Entscheidung über Sicherheitsreserve im Dezember

Aufgrund der guten Baukonjunktur seien die Preise am Markt gestiegen, erklärt die Geschäftsführung der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEH). Deshalb müsse man auf eine Sicherheitsreserve zurückgreifen, die mit 2,1 Millionen Euro angegeben wird. Nach derzeitigen Berechnungen benötige man die Hälfte dieser Reserve, also 1,1 Millionen Euro. Der Stadtrat muss diese Sicherheitsreserve dann freigeben. Dies soll in der Dezember-Sitzung geschehen. Ob dann nur die Hälfte oder bereits die gesamte Sicherheitsreserve von 2,1 Millionen Euro benötigt wird, hängt auch von den Vergaben der nächsten Wochen ab.

Durch Veränderungen an den drei Häusern entstehen laut SEH-Geschäftsführung weitere Kosten von etwa drei Millionen Euro. Nach Informationen dieser Zeitung verursacht das geplante Gründach Mehrkosten von 535.000 Euro. Darüber hinaus wird die Zahl der Zimmer erhöht. Ursprünglich sollten 340 Studenten in den drei Häusern Platz finden, nach jetzigen Plänen sind es 361. Diese Aufstock um 21 Zimmer soll 569.000 Euro mehr kosten.

Mieten für Gebäude an der Ulmenstraße einsparen

Dabei könnte die Stadt die Mieten für zwei Gebäude an der Ulmenstraße dann einsparen. Derzeit sind dort noch Studenten untergebracht. Diese Häuser gehören laut Dr. Miller der Bima.

Änderungen an der Fassade sollen mit 896.000 Euro zu Buche schlagen und für den Einbau der ehemaligen Energiezentrale im Gebäude einer ehemaligen Werkstatt fallen voraussichtlich 260.000 Euro an. In nicht-öffentlicher Sitzung hatten Kommunalpolitiker erklärt, dass Teile der Zusatzkosten vorher hätten eingepreist werden müssen.

SEH-Geschäftsführung weist auf Änderungswünsche hin

Die SEH-Geschäftsführung betont, dass dies nachträgliche Änderungswünsche gewesen seien. Dies gelte auch für die Installation der Photovoltaikanlagen. Diese Kosten sollen allerdings im Nachhinein vom Betreiber, den Stadtwerken Herford, übernommen werden.

In einer Pressemitteilung der Stadtentwicklungsgesellschaft wird darauf hingewiesen, dass sich 25 Prozent des Bauvolumens in der Ausschreibung befinden. Teilweise, so ist zu hören, habe es für einzelne Gewerke nur ein bis zwei Angebote zu Konditionen gegeben, die die SEH-Geschäftsführung nicht habe akzeptieren wollen. »Hier müssen wir auch noch nachsteuern«, so Dr. Miller.

Er hatte angesichts des Zeitdrucks von einem ambitionierten Projekt gesprochen. Auf die Frage, ob es Gespräche mit der Fachhochschule gebe, die darauf hinauslaufen, die drei Häuser erst 2021 fertigzustellen, sagte Miller: »Wir halten jetzt erst mal an dem Zeitplan fest. Insgesamt hat aber auch die FHF Verständnis für unsere Situation.«

Standards werden gesenkt

Um den Kostenrahmen nicht weiter zu überschreiten, werde auch über Materialqualität und Mengen gesprochen. Mit anderen Worten, in einigen Bereichen werden Standards heruntergeschraubt. Dies geschehe unter anderem im Bereich der Gebäudeautomatisation. Die genannte Alternative, nämlich die Ausschreibungen an einen Generalunternehmer zu übergeben, sei aufwändig. »Bis es dann an der Baustelle weiter geht, wäre mit einer Verzögerung von einem Jahr zu rechnen«, so Miller.

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