Sa., 19.10.2019

Das Schiller in Herford erhält neuen Namen – Tischtelefone und mehr Platz bei Konzerten Erster Blick in Uhlens »Wohnzimmer«

Die Animation des Büros »Moysig Kreativagentur 360°« zeigt, wohin die Reise geht. Die Fensterfront (links) in Richtung Aa nimmt Elemente des alten Wintergartens auf. Auf Tischen sind Telefone zu sehen. Grundsätzlich wird die bisherige Trennung der Bereiche Restaurant (Nil) und Lokal (Schiller) aufgegeben. Unterteilungen gibt es auf Grund verschiedener Farbzonen.

Die Animation des Büros »Moysig Kreativagentur 360°« zeigt, wohin die Reise geht. Die Fensterfront (links) in Richtung Aa nimmt Elemente des alten Wintergartens auf. Auf Tischen sind Telefone zu sehen. Grundsätzlich wird die bisherige Trennung der Bereiche Restaurant (Nil) und Lokal (Schiller) aufgegeben. Unterteilungen gibt es auf Grund verschiedener Farbzonen.

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Das Schiller ist Geschichte, es lebe das Wohnzimmer! Mit einer Namensänderung will der Unternehmer Lars Uhlen eine neue Ära an der Schillerstraße einläuten. Und einen Wunsch-Künstler hat der 51-Jährige bereits für die Eröffnung: Joris.

Wer sich dem Gebäudekomplex, in dem das Noch-Schiller untergebracht ist, von der Innenstadt aus nähert, blickt auf eine riesige Baustelle. Zum einen entsteht dort die neue Schillerbrücke, zum anderen wird das unter Denkmalschutz stehende Gebäude komplett umgekrempelt.

»Faktisch ein Neubau«

Um inmitten von Bauschutt und Baustellenlärm an ein Wohnzimmer zu denken, bedarf es einer gewissen Phantasie – und der Überzeugung, dass alles wie vorgesehen klappt. »Aber wir haben auch schon andere alte Gebäude hingekriegt«, beweist Bauherr Lars Uhlen (Bonitas) Zuversicht. Auf viele »Überraschungen« sei er gestoßen, so dass er sagt: »Das ist faktisch ein Neubau.«

Bis Ende April, so ist der Plan, soll alles fertig sein. Oben werden acht Wohnungen geschaffen und ein Büro. Der untere Bereich bleibt der Gastronomie vorbehalten – wobei Uhlen die bisherige Trennung (Restaurantbereich/Nil und Lokal/Schiller) fallen lässt. Allerdings entstehen kleinere Einheiten, indem die Bereiche sich farblich unterscheiden.

Telefone auf den Tischen

Zu viel preisgeben will der Unternehmer noch nicht. Auf jeden Fall werde es schön werden, betont er – und zeigt eine Animation, auf der Lounge-Charakter und lilafarbene Sitzgelegenheiten eine Verbindung eingehen. Auf den Tischen stehen Telefone. »Wer will, kann den Nachbartisch anrufen«, erläutert Uhlen – fügt aber sofort hinzu: »Dies soll kein Club der einsamen Herzen sein.«

Lieber ein Ort zum Wohlfühlen: Auf die Idee, den neuen/alten Ort »Das Wohnzimmer« zu nennen, kam er durch die Nachfragen der Musikfans. Diese hatten im Schiller regelmäßig Konzerte besucht und erkundigten sich nach der Schließung, wann sie »ihr Wohnzimmer« wieder betreten dürften.

Uhlen erkannte, dass sich in der Frage die Idee seines Vorhabens ausdrückt – einen Ort zu schaffen, an dem sich Freunde treffen, wo sie sich wohlfühlen. Dass andere Veranstalter für den Namen vielleicht einen Anglizismus gewählt hätten, weiß er, sagt aber: »So etwas mag ich nicht. Wir sind Ostwestfalen, wir sind bodenständig.«

Mehr Fläche für Konzertpublikum

Komplett neu gemacht wird der Bereich des früheren Wintergartens, der als Anbau in verkleinerter Form neu entsteht. Als unerwartet aufwändig erwiesen sich die Bodenarbeiten in dem Bereich. Da die Situation infolge der Brückenbaustelle beengt ist, musste der Boden bis zu einer Tiefe von 1,20 Metern mit einem kleinen Bagger abgetragen werden. Das Ganze war notwendig geworden, da der alte Boden nicht mehr trug.

Exakt 246 Sitzplätze sollen in dem gemeinsamen Gastronomiebereich entstehen. Deutlich erhöht wird der Raum, der für Konzerte zur Verfügung steht. Eine genaue Zahl kennt Uhlen nicht, aber: »Wenn die Leute stehen, müssten 400 bis 500 Platz haben.« Allerdings sei dies die Entscheidung der Genehmigungsbehörden. Bislang waren Schiller-Konzerte für 200 Personen ausgelegt.

Blumenfassade und Turm

Für großes Aufsehen dürfte die Fassade sorgen – denn Lars Uhlen will Blumen sprechen lassen. Mit den Denkmalschützern einigte er sich darauf, dass Blumenkästen mit einem Gestell fassadenschonend am Gebäude angebracht werden – und zwar im Bereich von Erdgeschoss und erster Etage.

So trägt die Neuerung dem Denkmalschutz Rechnung, gleichzeitig entsteht der Eindruck einer komplett dichten Blumenfassade. Mit einem Bewässerungssystem sollen die Pflanzen vor Trockenheit geschützt werden.

Als weiteres Highlight kündigt Uhlen das Wiederentstehen des alten Turmes im Eingangsbereich ein. Und dann natürlich die Eröffnung. Mit dem aus Vlotho stammenden Musiker Joris sei er im Gespräch, so Uhlen. Joris habe auch zugesagt. Was jetzt noch fehlt, ist ein offizieller Termin – für den Tag, an dem Herforder Blumen- und Musikfreunde ihr neues Wohnzimmer beziehen.

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