Schwierige Wasserversorgung an Salzufler Straße – Wohnhaus nicht zu retten
Großfeuer: Hydranten bleiben trocken

Herford (WB). Der Brand eines Wohnhauses an der Salzufler Straße hat die Feuerwehr am Samstag vor besondere Schwierigkeiten gestellt. Es gab Probleme mit der Löschwasserversorgung, da Hydranten vermutlich wegen der Baustelle abgeklemmt waren. Gegen Mitternacht war das Feuer aber gelöscht. Insgesamt waren 145 Rettungskräfte im Einsatz.

Montag, 28.10.2019, 06:00 Uhr
Dachstuhl im Vollbrand: Immer wieder schlagen Flammen aus den Fenstern. Erst tief in der Nacht heißt es endlich »Feuer aus«. Foto: Moritz Winde
Dachstuhl im Vollbrand: Immer wieder schlagen Flammen aus den Fenstern. Erst tief in der Nacht heißt es endlich »Feuer aus«. Foto: Moritz Winde

Zehn Stunden Großeinsatz: Seit 18 Uhr kämpften die Feuerwehrleute gegen die Flammen in dem Wohnhaus neben der Elan-Tankstelle. »Fünf Bewohner wurden vorsichtshalber im Klinikum untersucht, sie sind aber unverletzt«, teilte Feuerwehrsprecher Christoph Büker am Sonntagvormittag mit. Neben gut 90 Feuerwehrleuten war auch ein Rettungszug des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Einsatz.

Nachlöscharbeiten bis zum Morgen

Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden hin. Zwar konnte die Feuerwehr ein zunächst gefährdetes Nachbarhaus vor den Flammen retten, anders sieht es hingegen beim betroffenen Gebäude aus. »Der Dachstuhl ist komplett ausgebrannt. Es soll Lehmdecken im Haus gegeben haben, hinzu kommt die Masse an Löschwasser. Man kann von einem Totalschaden ausgehen«, so Büker.

Hausbrand in Herford

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Die Rauchentwicklung war so heftig, dass die umliegende Bevölkerung über die Apps »Katwarn« und »NINA« gewarnt wurde, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der beißende Qualm war kilometerweit zu sehen und zu riechen.

Das Problem mit der Löschwasserversorgung kam daher: »Im Zuge der Straßenarbeiten wurde die Hauptleitung offenbar abgedreht, ohne uns darüber zu informieren. Als wir die Schläuche an den beiden Hydranten in unmittelbarer Nähe angeschlossen haben, kam nichts«, sagte Christoph Büker. Aus diesem Grund seien zusätzliche Tanklöschfahrzeuge aus der Region angefordert worden. Ein Fahrzeug fasse in der Regel etwa 2000 Liter. Büker: »Das Wasser ist aber in wenigen Minuten aufgebraucht. Deshalb müssen die Fahrzeuge ständig rotieren, um neues Wasser zu holen.« Der nächste funktionierende Hydrant befand sich in der Kastanienallee, einige hundert Meter vom Einsatzort entfernt. Dorthin wurden dann Schläuche gelegt.

Brandursache noch nicht klar

Allerdings erschwerte noch etwas die Löscharbeiten. »Plötzlich kam auch aus der Kastanienallee kein Wasser mehr. Irgendjemand hatte die Leitung abgedreht. Wir mussten dann Wachen aufstellen. Es ist unfassbar, dass so etwas passiert«, sagte Büker.

Zur Ursache des Brandes kann die Feuerwehr bisher noch keine Angaben machen. Angeblich soll das Feuer in der Küche des Einfamilienhauses in der ersten Etage ausgebrochen sein. Das Haus ist von der Kripo versiegelt. An diesem Montag wollen die Experten mit der Spurensicherung beginnen.

Parallelen zum Großbrand im Lübbertor-Hochhaus

Unten wohnte ein älteres Ehepaar, darüber eine mehrköpfige Familie. Nach Informationen dieser Zeitung soll die Familie unter gesetzlicher Betreuung gestanden haben, dem Vormund den Zutritt allerdings seit längerer Zeit verweigert haben. In der Wohnung im Obergeschoss soll ein ziemliches Durcheinander geherrscht haben. Mehrere Feuerwehrleute sprachen von einer »Messie-Wohnung«. Parallelen zum Großbrand im Lübbertor-Hochhaus Anfang des Jahres : Auch dort herrschten chaotische Zustände.

Marianne und Werner Husemann können ihr Glück kaum fassen. Sie wohnen direkt neben dem Brandhaus. Der Abstand zwischen den Immobilien: gerade einmal 80 Zentimeter. »Wir haben in Gedanken schon alles verloren gehabt. Ein Wunder, dass unser Haus unbeschadet blieb«, sagte der 60-Jährige. Er habe sich am Abend aufs Sofa gelegt, als plötzlich der Qualm am Fenster vorbeizog. Dann verständigte das Paar den Notruf und flüchtete ins Freie.

Kommentar

Es ist ein Horrorszenario: Die Feuerwehr will löschen – und sitzt quasi auf dem Trockenen. So geschehen am Samstag in Herford. Während die Flammen aus dem Dachstuhl eines Hauses schlagen, gibt es massive Probleme mit der Wasserversorgung. Was auch immer dazu geführt haben mag, dass die Hydranten abgeklemmt waren: So etwas darf unter keinen Umständen passieren. Zumal der Einsatzort nicht in der Walachei, sondern im Stadtzentrum lag.

Ob das Gebäude bei sprudelnder Hauptleitung hätte gerettet werden können, ist Spekulation. Klar aber ist: Die Feuerwehr muss sich im Notfall auf funktionierende Hydranten verlassen können. Davon können Menschenleben abhängen.

Den Einsatzkräften gebührt großes Lob. Sie haben sich trotz der Komplikationen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Spätestens heute muss mit der Aufarbeitung des Wasserengpasses begonnen werden.

 

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