Mi., 30.10.2019

Nach Großfeuer in Herford: CDU fordert Erklärung des Bürgermeisters Wasserengpass: »Wer trägt die Verantwortung?«

Die Feuerwehr hatte massive Probleme mit der Wasserversorgung.

Die Feuerwehr hatte massive Probleme mit der Wasserversorgung. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Auch drei Tage nach dem Großbrand eines Wohnhauses an der Salzufler Straße in Herford ist weiter unklar, weshalb die Hydranten in unmittelbarer Nähe zum Unglücksort trocken geblieben sind.

Feuerwehrchef Michael Stiegelmeier verwies auf eine offizielle Mitteilung der Stadt. Die ließ am Dienstag jedoch auf sich warten. Aus dem Rathaus hieß es, es werde an einer Stellungnahme gearbeitet.

Unterdessen hat der Wasserengpass die Politik erreicht. CDU-Fraktionschef Wolfgang Rußkamp fragt: »Wie kann es sein, dass die Feuerwehr einen Großbrand löschen will und die Hydranten funktionieren nicht?«

Er fordert, die Sache müsse lückenlos aufgeklärt werden. »Wir erwarten Antworten vom Bürgermeister. Letzten Endes trägt er die Verantwortung. Wir können dankbar sein, dass bei dem Unglück am Samstagabend niemand verletzt wurde.« Rußkamp betont, ihm gehe es nicht darum, jemanden in die Pfanne zu hauen. »Aber wenn Fehler gemacht wurden, sollte dazu gestanden werden. Die Fehlerkultur ist beim Bürgermeister aber leider nicht sehr ausgeprägt. Das hat sein Alleingang beim RGH gezeigt.«

»Darf nicht noch einmal vorkommen«

Auch Andreas Jotzo (Bürger für Herford) beschäftigt sich mit dem Thema. Er fragt bei Facebook, wie es sein könne, dass »die Feuerwehr nicht informiert wurde, wenn aufgrund von Bauarbeiten an der Salzufler Straße die Hydranten-Leitung trockengelegt wurde. Wer trägt hierfür die Verantwortung?« Andreas Jotzo hofft, dass die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen würden. »Ich wünsche mir, dass aus diesem Fehler gelernt wird und so etwas nicht noch einmal vorkommt.«

Grundsätzlich müssten das Herforder Baustellenmanagement und die Kommunikation kontrolliert werden. Ebenso gehörten die generelle Frage des Brandschutzes in Herford, die Möglichkeiten der Wasserversorgung in einem Brandfall, die Funktionsfähigkeit der Hydranten und vor allem die Ausstattung der Feuerwehr auf den Prüfstand. »Nicht auszumalen, wenn dadurch Menschenleben ernsthaft in Gefahr geraten wären.«

Weil das Wohnhaus akut einsturzgefährdet ist, kann die Kripo das Gebäude nicht betreten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7031179?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F