Grundschule Obering: Verwaltung hat Bakterien-Befall in Leitungen festgestellt
Neue Klassenräume ohne Wasser

Herford (WB). Acht neue Klassenräume mit moderner Ausstattung und separaten knallbunten Toiletten: Zum Schuljahresbeginn hat die Grundschule Obering sich vom Container-Provisorium verabschiedet und den Anbau in Betrieb genommen. Ein Problem wollte Schulleiterin Annette Sliwinski am Montag dem Schulausschuss aber nicht verschweigen: »Zurzeit haben wir noch kein Wasser.«

Mittwoch, 06.11.2019, 11:00 Uhr
Leuchtend orange, aber außer Betrieb: Eine der nagelneuen Schultoiletten im Anbau der Grundschule Obering, die wegen Verkeimung nicht benutzt werden dürfen. Foto: Peter Schelberg
Leuchtend orange, aber außer Betrieb: Eine der nagelneuen Schultoiletten im Anbau der Grundschule Obering, die wegen Verkeimung nicht benutzt werden dürfen. Foto: Peter Schelberg

Der Grund: In den Leitungen seien Bakterien festgestellt worden – allerdings keine Legionellen, wie sie betonte. Und solange die Verwaltung die Anlage nicht freigebe, müssten Toiletten im Altbau genutzt werden. Betroffen seien etwas mehr als 100 Schüler. Stellvertretender Ausschussvorsitzender Wolfgang Rußkamp (CDU) kritisierte, dass die Verwaltung über dieses Problem bislang nicht berichtet habe: »Zumal es ja offenbar seit geraumer Zeit bekannt ist«.

Verkeimung mit »Pseudomonas aeruginosa«

Beigeordneter Dr. Peter Böhm bestätigte am Dienstag, dass in Wasserproben im Neubau eine Verkeimung mit »Pseudomonas aeruginosa« entdeckt worden sei. Das Stäbchenbakterium kann laut »Ärzteblatt« unter anderem Lungenentzündungen sowie Harnwegs- und Wundinfektionen verursachen. Zur Infektion benötige der Erreger aber meist eine Eintrittsstelle in den Körper, beispielsweise eine Wunde.

»Wir haben den Schulanbau mit Wasseranschlüssen fertiggestellt. Bevor die in Betrieb gehen, werden sie natürlich überprüft – das ist für uns Routinesache«, sagte Böhm: »Dabei haben wir festgestellt, dass die Werte nicht in Ordnung sind und deshalb die Toiletten im Neubau zunächst gesperrt.«

Leitungen werden untersucht und gechlort

Seit Anfang September seien die Wasserleitungen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt mehrfach beprobt und auch gechlort worden. Im ersten Probelauf habe es keine Auffälligkeiten gegeben, im zweiten dann aber wieder. Die Prozedur sei wiederholt worden, auch Teile der Anlage wurden ausgetauscht.

Die Verwaltung wartet nun die Resultate weiterer Beprobungen ab: »Die nächsten sind am 7. und 12. November – wir gehen auf Nummer Sicher«, teilte Böhm mit. Mit dem Ergebnis rechne er am 15. oder 18. November. Sofern sich keine weiteren Auffälligkeiten ergäben, könnten die WC-Räume am 18. November freigegeben werden.

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