Sa., 09.11.2019

Namensgleichheit: Jobcenter verschickt Unterlagen an falsche Adresse Fremde Kontoauszüge in der Post

Mit einem Anschreiben wurden die Kontoauszüge verschickt.

Mit einem Anschreiben wurden die Kontoauszüge verschickt. Foto: Bexte

Von Bernd Bexte

Herford (WB). Weil er den gleichen Nachnamen trägt, hat das Herforder Jobcenter versehentlich einem 33 Jahre alten Herforder eine Sammlung von Kontoauszügen eines Hartz-IV-Beziehers zugeschickt.

»Hätte ich kriminelle Energie, wäre damit sicherlich was anzustellen«, sagt der Berufskraftfahrer, der bis vor einem guten halben Jahr selbst Leistungsempfänger war. Deshalb waren seine Daten auch noch beim Jobcenter gespeichert. »Ich habe mir die Auszüge aber gar nicht erst angeguckt.«

»Eine Frechheit«

In der vergangenen Woche lagen sie bei ihm mit einem Anschreiben in der Post. Der Kontoinhaber hatte sie zuvor beim Jobcenter einreichen müssen, um nachzuweisen, dass er keine den Leistungsbezug mindernden Einnahmen hat. Die Behörde hatte sie jetzt nach einer Prüfung zurückgeschickt – allerdings an den falschen Empfänger. »Eigentlich ist das ja eine Frechheit«, sagt der 33-Jährige. Wenn man bedenke, wie viel über Datenschutz und den sensiblen Umgang mit persönlichen Daten geredet werde, dann dürfe so etwas nicht passieren.

Die Sachbearbeiterin, die das Anschreiben aufgesetzt hat, habe er trotz mehrfacher Versuche telefonisch nicht erreichen können. »Sie war früher auch meine Ansprechpartnerin im Jobcenter.« Jetzt will er die Unterlagen dem rechtmäßigen Eigentümer persönlich übergeben.

Jobcenter bittet um Entschuldigung

Das Jobcenter bittet, die Panne zu entschuldigen. »Ja, da ist etwas schief gelaufen«, sagt Sprecherin Inken Quebe. Einen solchen Fauxpas habe es bislang noch nicht gegeben. »Für uns ist das ein Novum.« Man wolle jetzt Kontakt zu beiden Männern aufnehmen, bislang sei das noch nicht gelungen.

Quebe weist darauf hin, dass die Mitarbeiter der Behörde einmal jährlich beim Thema Datenschutz geschult und auf den neuesten Stand gebracht würden. »Wir gehen mit persönlichen Daten sorgfältig um, in vielen Fällen gilt das Vier-Augen-Prinzip.« Wo Menschen arbeiteten, entstünden leider aber auch Fehler. Ihr Tipp: Unter www.jobcenter.digital können Unterlagen digitalisiert eingereicht werden.

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