Erster Herforder Klima-Abend weckt viel Interesse
Leben nachhaltig gestalten

Herford (WB). Der Klimawandel ist spätestens nach dem Rekord-Sommer 2018 in aller Munde. Doch gibt es noch eine Chance für eine nachhaltige Zukunft? Der Herforder Klimaabend im Elsbach-Haus informierte in einem generationsübergreifenden Dialog zur Klimakrise. Drei Experten und zwei Schüler referierten und diskutierten über die aktuellen klimatischen Entwicklungen in der Welt.

Dienstag, 12.11.2019, 15:06 Uhr aktualisiert: 14.11.2019, 11:58 Uhr
Die Talkrunde des Herforder Klima-Abends: Moderator Stefan Leiwen (von links), Schülerin Julie Mettenbrink, Schüler Henning Olfermann und Arne Dunker vom Klimahaus Bremerhaven diskutieren über die Klimakrise. Foto: Sina-Luisa Brandt
Die Talkrunde des Herforder Klima-Abends: Moderator Stefan Leiwen (von links), Schülerin Julie Mettenbrink, Schüler Henning Olfermann und Arne Dunker vom Klimahaus Bremerhaven diskutieren über die Klimakrise. Foto: Sina-Luisa Brandt

Der Fernseh –und Radiomoderator Stefan Leiwen moderierte die Talkrunde mit fünf Akteuren. Drei Experten informierten über Forschungsergebnisse, neueste Entwicklungen und Trends: der Friedensnobelpreisträger Prof. Dr. Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut, geschäftsführender Gesellschafter des Klimahauses Bremerhaven Arne Dunker und Klimanetzwerker bei der Energie-Agentur Uwe Hofer. Neben den drei Experten diskutierten zwei Schüler mit: Julie Mettenbrink vom Königin-Mathilde-Gymnasium Herford und Henning Elias Olfermann vom Widukind-Gymnasium Enger.

Herfords Bürgermeister Tim Kähler eröffnete den Abend und appellierte an den Handlungsbedarf: »Der Klima-Abend ist nur ein Anfang. Es ist wichtig, dass die Menschen überzeugt werden, nachhaltig zu leben. Dafür brauchen wir gute Alternativen.« Die Stadt Herford arbeite an einem verbesserten Klimaschutzprojekt.

Klimaentstehung wird erläutert

Zur Einstimmung wurde den Zuschauern Impressionen aus der Arktis gezeigt, dies waren aktuelle Bilder vom Nordpol, welche bei einer Forschungsreise im September aufgenommen wurden. Teil dieser Expedition war Klimaforscher Prof. Dr. Peter Lemke. Zuerst wurde geklärt, wie Klima entsteht. »Klima ist ein komplexes System zwischen dem Ozean, der Atmosphäre und dem Weltraum«, so Lemke. Der menschliche Einfluss führe zu Veränderungen. Die größten Einflussnahmen ziehe die Veränderung der Landoberfläche und die Treibhausgase mit sich.

Hier stellt sich auch unser Problem dar: »Wir haben zu viel Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gepustet – wir haben so viel verursacht, wie auf natürlichem Wege in 20.000 Jahren passiert, nur dass wir es in 60 Jahren geschafft haben«, sagte Lemke. Die Temperaturen stiegen seit 1978 konstant an, die Gletscher gingen zurück, der Meeresspiegel steige ebenso. Zum Ende formulierte Lemke eine positive Prognose: »Wir haben noch eine Chance, den Klimawandel zu verhindern.«

Zukunftsängste der Schüler

Die beiden Schüler Julie Mettenbrink und Henning Olfermann engagieren sich aktiv bei der Bewegung Fridays for Future. »Wir haben mittlerweile Zukunftsängste. Wir leben nicht mehr miteinander und töten die Diversität.« In der Schule gäbe es ihrer Meinung nach eine zu oberflächliche Behandlung des Themas. »Vielen Schülern ist der Klimawandel ein Begriff, aber wirklich aktiv sind nur unter zehn Prozent der Jahrgänge«, sagte Olfermann.

Abschließend wurde die Talkrunde mit Arne Dunker und Uwe Hofer erweitert. »Wir möchten die Klima- und Umweltbildung unterstützen. Die Menschen leben weltweit nach dem Klima und unser Alltag wird davon bestimmt – Grund genug, sich dafür einzusetzen«, sagte Dunker vom Klimahaus Bremerhaven. In der abschließenden Diskussionsrunde konnten Fragen an die Experten gestellt werden. Hier drehte es sich vor allem darum, was man für eine nachhaltigere Zukunft tun kann.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7064871?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Teil-Lockdown wird bis in den Januar verlängert
Zusammengestellte Stühle stehen vor einem gastronomischen Betrieb in Potsdam.
Nachrichten-Ticker