Zweckverband winkt ab – steigt die Stadt in Verhandlungen ein?
Kreis Herford will VHS-Gebäude verkaufen

Herford (WB/ram). Im Zuge der Neugestaltung der Straße Am Gange liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, der selbst Experten aus der Politik sprachlos macht. Der Kreis Herford will das VHS-Gebäude verkaufen.

Freitag, 15.11.2019, 12:00 Uhr
Der Kreis Herford will das 1896 errichtete Gebäude der VHS verkaufen. Die Frage lautet, an wen? Foto: Ralf Meistes
Der Kreis Herford will das 1896 errichtete Gebäude der VHS verkaufen. Die Frage lautet, an wen? Foto: Ralf Meistes

Vorkaufsrecht hat der VHS-Zweckverband

Vorkaufsrecht hätte der VHS-Zweckverband. Dieser Zweckverband besteht aus Mitgliedern aus den Kommunen Bünde, Enger, Herford, Hiddenhausen, Kirchlengern, Rödinghausen, Spenge und Vlotho. Zweckverbandsvorsteher Tim Kähler hat allerdings das Signal bekommen, dass der Zweckverband den Backsteinbau aus dem Jahr 1896 nicht erwerben möchte.

»Wir kaufen nicht die Katze im Sack«

Als nächstes könnte das Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Münsterkirche der Stadt Herford zum Kauf angeboten werden. »Wir haben bislang aber nur die Mitteilung, dass der Kreis das Gebäude verkaufen möchte. Ich kenne keinen Preis und ich weiß auch nicht, wie groß der Sanierungsstau ist. Das muss jetzt alles geprüft werden. Wir kaufen jedenfalls keine Katze im Sack«, erklärte Bürgermeister Tim Kähler.

Dabei steht die Frage im Raum, warum die Stadt die Immobilie überhaupt kaufen sollte. Bislang stand das Grundstück, das dem Kreis gehört (Parkplätze und Grünanlagen hinter dem Gebäude) deshalb im Blick, weil es im Zuge der Neugestaltung verschönert werden sollte.

Der Kreis hätte sich an den Kosten mit 300.000 Euro beteiligen sollen. Angesichts eines Kreishaushalts, der 360 Millionen Euro umfasst, eine überschaubare Summe. Zumal die Summe über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren hätte abbezahlt werden können. Landrat Jürgen Müller, der mit diesem Deal wohl einverstanden gewesen wäre, erhielt von Seiten der Kreispolitik jedoch das Signal, dass dem nicht zugestimmt werden würde.

»Das ist eine politische Posse«

Stattdessen soll es ein Angebot an die Stadt gegeben haben, dass diese die Kreisfläche für 100.000 Euro hätte kaufen können. Die Stadt, so heißt es, hat zwar Interesse an dem Grundstücksteil, nicht aber an dem Gebäude. Der Kreis müsste aber umgekehrt auch Parkplätze vorhalten, wenn er die Immobilie behält und könnte deshalb das Grundstück nicht einfach so veräußern. Aus dem politischen Raum ist zu hören, aus dem Wunsch, eine kleine innerstädtische Fläche zu verschönern, sei längst eine Posse geworden.

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