Mi., 20.11.2019

Im Marta probieren sich 100 Schüler in Fertigungsberufen aus – Firmen hoffen auf Mitarbeiter von morgen Technik, die begeistert

Julius (13) lötet am Stand der Herforder Firma Altmann aus elektronischen Kleinstteilen ein Drahtmännchen.

Julius (13) lötet am Stand der Herforder Firma Altmann aus elektronischen Kleinstteilen ein Drahtmännchen. Foto: Bexte

Von Bernd Bexte

Herford (WB). Neudeutsch nennt man es eine Win-Win-Situation: Schüler lernen technische Berufe kennen und heimische Betriebe knüpfen erste Kontakte zu den potenziellen Mitarbeitern von morgen. Bereits zum zwölften Mal wurde am Mittwoch das Marta zur Werkstatt auf Zeit.

Im schicken Veranstaltungssaal des Museums wird gehämmert und gebohrt, gelötet, gestanzt und gefeilt: Zehn regionale Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Produktion stellen einen Vormittag lang 100 Schülerinnen und Schülern achter bis zehnter Klassen aus dem Kreis ihre Berufe nicht nur vor, sondern luden zum Ausprobieren ein.

So fertigen die Jugendlichen etwa aus einer einfachen Kunststoffplatte mit Hilfe einer mechanischen Stanze ein dreidimensionales Smiley-Gesicht. Julius vom Ravensberger-Gymnasium lötet aus elektronischen Kleinstteilen ein Drahtmännchen. »So eine handwerkliche Arbeit macht Spaß«, sagt der 13-Jährige und hantiert konzentriert mit dem Lötkolben.

Schüler probieren sich aus

»Die Schüler erkennen hier schnell ihre Fähigkeiten«, sagt David Mosler vom Herforder Betrieb Altmann. Das Familienunternehmen mit gut 30 Beschäftigten hat sich auf die Produktion von Potentiometern spezialisiert – und lädt zum zweiten Mal im Rahmen des Experimint-Berufetages technikinteressierte Jugendlichen ein, sich am Lötkolben zu versuchen.

»Klar ist der Fachkräftemangel auch für uns ein Thema«, sagt der Fertigungsmechaniker. Gute Leute zu finden, werde immer schwieriger. »Vielleicht gelingt es uns ja, an einem solchen Tag das Interesse zu wecken«, hofft der künftige Ausbilder bei Altmann. Nach der vorigen Veranstaltung habe ein Schüler bereits ein Praktikum absolviert.

Fünf Schulen machen mit

Ein solches kann sich auch Felix von der Weser-Sekundarschule Vlotho vorstellen, allerdings bei der Baumaschinenfirma Grotemeier. Draußen vor dem Marta hat Land- und Baumaschinenmechaniker Max Berg einen kleinen Bagger vorgefahren. »Ich erkläre den Schülern, wie ein solches Fahrzeug gewartet wird und was dabei zu beachten ist.« Alle Wartungstätigkeiten sind auf einem Laptop dokumentiert. Spannend, findet Felix. »Den Betrieb würde ich mir gerne mal genauer anschauen«, sagt der 16-Jährige.

Veranstalter des Berufetages ist der Bielefelder Verein Experimint – in Kooperation mit der Herforder Wirtschaftsförderung und dem Marta. »Wir wollen die Jugendlichen für technische Berufe begeistern«, sagt Projektleiterin Natalie Schneider (Experimint). »Und das anhand praktischer Erfahrungen.« Entsprechend haben sich die Schüler in ihren Kursen in der Schule auf den Tag vorbereitet. Sie kommen von der Erich-Kästner-Gesamtschule Kirchlengern, der Ernst-Barlach-Realschule Herford, dem Ravensberger Gymnasium Herford, der Realschule Enger und der Weser-Sekundarschule Vlotho.

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