Sa., 07.12.2019

Künstler Nils Hommel zeigt seine Installation im Kiosk 24 Nebel steigt aus dem Teppich

Wird da was unter den Teppich gekehrt? Künstler Nils Hommel arbeitet noch an seiner Installation im Kiosk 24, die am Samstag, 7. Dezember, um 18 Uhr eröffnet wird.

Wird da was unter den Teppich gekehrt? Künstler Nils Hommel arbeitet noch an seiner Installation im Kiosk 24, die am Samstag, 7. Dezember, um 18 Uhr eröffnet wird. Foto: Hillebrenner

Von Bärbel Hillebrenner

Herford (WB). Ein zwei mal drei Meter großer Perser-Teppich. Mit Loch in der Mitte. Darin flackert ein grelles Licht. Und plötzlich steigt Nebel daraus empor. Die Leute bleiben stehen, drücken neugierig vor dem Fenster am Kiosk 24 ihre Nase platt. Sie sehen hier die jüngste Installation des Herforder Künstlers Nils Hommel. Heute Abend, am Samstag um 18 Uhr, ist die Eröffnung dieser ungewöhnlichen Ausstellung in und an dem kleinen Raum – einen Monat lang sind hügeliger Teppich und wabernder Nebel zu sehen.

Viel Raum für Interpretationen

Simpel hört sich das alles zunächst mal an. Und eigentlich könnte man meinen, hat der Künstler nicht viel zu tun gehabt, um diese Utensilien aufzubauen. Das mag so sein, doch hinter dieser Kombination stecken lange Überlegungen und reichlich Raum für Interpretationen. Nils Hommel, als Künstler ein Autodidakt, hat sich im Haus seiner Oma mit seiner Familiengeschichte auseinandergesetzt und aus allen Etagen ein Gesamtkunstwerk geschaffen (HK-Ausgabe 3. September). Daraus folgt nun der zweite Schritt im Kiosk 24.

Die Installation hat den Titel „Auf 1 folgt 2“ und sagt damit aus, dass sich seine Experimente mit Raum, Objekten und Klang fortsetzen. „In dem Haus gibt es für mich so viele Inspirationsquellen, der Teppich gehört dazu“, sagt der 38-Jährige. Da tauchen Fragen auf wie: Was wird unter den Teppich gekehrt? Was lebt dort auf einer unteren Ebene ein zweites Leben? Was verschwindet im Nebel oder wabert verschwommen vor sich hin? „Da ist das Thema Kommunikation: verschwindet sie, suppt sie weg, wird sie absorbiert? Sowohl im Haus der Oma als auch in dieser Installation kann man sich mit vielen Fragen auseinandersetzen. Und jeder Betrachter auf seine Weise“, sagt Hommel.

Im Schaufenster einen Monat lang

Betrachter gab es schon während des Aufbaus in dem Schaufenster an der Ecke Löhrstraße. Zwar war der Künstler beschäftigt und konnte deshalb nicht mit den Neugierigen reden – das tut er aber gern zur Eröffnung seiner Installation. Die findet statt an diesem Samstag, 7. Dezember, von 18 bis 19 Uhr.

Dann könnte Nils Hommel auch noch mal über sein Kunsthaus sprechen oder darüber, was ihn im Moment umtreibt. Er ist nämlich sehr beschäftigt: Interview mit einer türkischen Zeitung in Istanbul, Reise nach Tokio, erste Einzelausstellung in Berlin ab Januar, Gasthörer an der Kunstakademie Düsseldorf. „Andere Künstler und sogar Architekten kommen auf mich zu, fragen nach meinem Kunstexperiment mit dem Haus. Im Moment läuftes richtig gut“, sagt Hommel.

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