Naturschützer empört über den Beschluss, am RGH 30 Bäume zu fällen
BUND fordert Neuplanung der Sporthalle

Herford (WB/ram). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert vom Stadtrat den sofortigen Stopp des Baumfäll-Beschlusses für den Sporthallen-Neubau am Ravensberger Gymnasium (RGH).

Dienstag, 10.12.2019, 16:35 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 16:38 Uhr
Für den Neubau der RGH-Sporthalle sollen 30 Bäume gefällt werden. Dagegen wehrt sich der BUND. Foto: Moritz Winde
Für den Neubau der RGH-Sporthalle sollen 30 Bäume gefällt werden. Dagegen wehrt sich der BUND. Foto: Moritz Winde

Verschiebung der Maßnahme gefordert

„Es kann nicht sein, dass viele der 30 geplanten Bäume nur gefällt werden sollen, weil zur Zeit der Planungen keiner auf sie geachtet haben will“, empört sich Peter Franzeck vom BUND. Von den etwa 30 Bäumen, die der neuen Sporthalle weichen müssen, stehen 18 unter Naturschutz. Als die Pläne erstellt worden seien, habe der Schutz der Bäume noch nicht den Stellenwert gehabt, den er heute genieße, hatte Beigeordneter Dr. Peter Böhm eingeräumt.

„Wer entscheidet eigentlich?“

Eine Entschuldigung, die der BUND nicht gelten lassen möchte. Es sei erschreckend, dass die Bauverwaltung so eine Planung vorlege, heißt es in einer Stellungnahme. Der BUND fordert den Bürgermeister darin auf, daraus Konsequenzen für die Bauverwaltungsspitze zu ziehen, „die offensichtlich nicht in der Lage sei, die Politiker frühzeitig und umfassend über Planungen zu informieren“ und diese vor vollendete Tatsachen stelle. „Wer entscheidet in Herford eigentlich über die Entwicklung der Stadt?“, fragt Kreisgruppensprecher Bernd Meier-Lammering: „Die Verwaltung oder die von den Bürgern gewählten Politiker?“

Der BUND fordert die Politiker auf, sich nicht von der Verwaltung vor vermeintlich vollendete Tatsachen stellen zu lassen. Generationen von Schülern seien mit der bestehenden Halle groß geworden, und jetzt könne man eine Verzögerung von einem Jahr durch eine Umplanung zum Schutz der Bäume nicht hinnehmen? Dies sei nicht nachvollziehbar.

„Können Schülern und Eltern Verschiebung nicht zumuten“

Dagegen hatte Udo Freyberg (SPD) argumentiert. Schon heute sei die Schule durch die Containerlösung gebeutelt. Da könne man den Eltern nicht noch erklären, dass sich auch der Sporthallen-Neubau um ein weiteres Jahre verzögere. Der BUND ist sich hingegen sicher, dass aufgrund des Klimawandels immer mehr Menschen, darunter viele Eltern, Verständnis für den Erhalt möglichst vieler Bäume hätten und „unsere Lebensgrundlagen nicht gedankenlosen auf’s Spiel gesetzt werden“.

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