Do., 16.01.2020

Sieben Zigarettenautomaten in wenigen Wochen in Herford gesprengt Schon wieder hat’s geknallt

Diese Zigarettenautomaten wurden in den vergangenen Wochen in der Region in die Luft gejagt. Die Detonationen sind zum Teil so heftig, dass das Metallgehäuse auseinanderfliegt.

Diese Zigarettenautomaten wurden in den vergangenen Wochen in der Region in die Luft gejagt. Die Detonationen sind zum Teil so heftig, dass das Metallgehäuse auseinanderfliegt.

Von Moritz Winde

Herford (WB). Herford ist offenbar zur Hochburg der Automatensprenger geworden. In der Nacht zu Mittwoch explodierte schon wieder ein Gerät – diesmal im Goldregenweg. Es ist der zweite Fall in dieser Straße in wenigen Tagen. Insgesamt sind in der Hansestadt in jüngster Zeit bereits sieben Zigarettenautomaten geknackt worden.

Auch in den umliegenden Städten wie Löhne, Kirchlengern, Bad Salzuflen und Bielefeld hat es zuletzt gekracht. „Es vergeht eigentlich keine Nacht, in der nicht irgendwo einer unserer Automaten in die Luft fliegt. In den letzten drei Wochen waren es 30 Stück. Das hat einen Schaden in Höhe von 51.726 verursacht“, sagt Marc Rohlfs, Techniker bei der Tabakwaren-Union Barkow. Die Firma aus dem niedersächsischen Bad Nenndorf betreibt nach eigenen Angaben 6000 Automaten – von Walsrode bis Paderborn.

Der 43-Jährige geht davon aus, dass osteuropäische Banden hinter den Detonationen stecken. Die Vorgehensweise sei immer dieselbe: „Die stecken einen Polen-Böller ins Ausgabefach, schließen die Klappe – und dann macht es Bumm. Der Automat fliegt auseinander, weil der Druck in dem geschlossenen System ja irgendwo hin muss.“

Täter flüchtet in den Wald

Vieles lässt darauf schließen, dass auch am frühen Mittwochmorgen im Herforder Goldregenweg exakt so vorgegangen wurde. „Die Anwohner wurden durch einen sehr lauten Knall geweckt“, sagt Polizeisprecherin Katharina Uphoff. Nachdem der Metallkasten implodiert war, sammelten die Täter Bargeld und Zigaretten ein und flohen zu Fuß in verschiedene Richtungen. Der Schaden beläuft sich auf mindestens 5000 Euro.

Nach Zeugenaussagen soll es sich um drei dunkel gekleidete Männer gehandelt haben. Beinahe hätten die Handschellen geklickt. Uphoff: „Wir haben einen von ihnen verfolgt. Doch er entwischte in ein nahe gelegenes Waldstück.“ Es handelt sich um einen etwa 1,90 Meter großen Mann, der eine olivgrüne Jacke mit Kapuze und eine dunkle Trekkinghose mit Taschen an den Beinen trug.

Im Jahr 2019 wurden nach Unternehmensangaben 249 Automaten demoliert und geplündert. „Das alles hat uns 479.595 Euro gekostet. Und davon bezahlt die Versicherung keinen Cent. Mittlerweile hat dies echt heftige Dimensionen angenommen. Es ist sogar existenzbedrohend“, sagt Marc Rohlfs.

Er hofft, dass die Polizei die Täter schnell dingfest macht. Bislang sei seines Wissens nach jedoch noch kein einziger Automatensprenger gefasst worden.

Im Goldregenweg in Herford wurden innerhalb weniger Tage zwei Zigarettenautomaten in die Luft gesprengt. Foto: Moritz Winde

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