Do., 16.01.2020

In Stedefreund wächst der Widerstand – Stadt will 75 Wohneinheiten schaffen Verein gegen Neubaugebiet gegründet

Auf der Ackerfläche zwischen Stedefreunder Straße und Donopweg sollen vier Mehrfamilienhäuser, 27 Einfamilien- und sechs Doppelhäuser errichtet werden.

Auf der Ackerfläche zwischen Stedefreunder Straße und Donopweg sollen vier Mehrfamilienhäuser, 27 Einfamilien- und sechs Doppelhäuser errichtet werden. Foto: Winde

Von Ralf Meistes

Herford (WB). Im Kampf gegen das geplante Neubaugebiet in Stedefreund hat sich eine Gruppe nun zu einem Verein zusammengeschlossen. Die Stadt Herford möchte auf einer Ackerfläche zwischen Stedefreunder Straße, Im Jammertal und Donopweg den Bau von vier Mehrfamilienhäusern, 27 Einfamilienhäusern und sechs Doppelhäusern genehmigen lassen. Die Mitglieder des Bauausschusses werden sich allerdings nicht Ende Januar, sondern erst im März mit dem Thema erneut befassen.

Kritik kommt von etlichen Anliegern. Dazu zählen auch die Mitglieder des neu gegründeten Vereins „Die StedeFreunde“. Ziel des Vereins ist es, sich um den Schutz der Landschaft und der Umwelt zu kümmern, um so das Naturschutzgebiet „Jammertal“ zu erhalten. Der Verein verweist in dem Zusammenhang auf die Klimaschutzziele der Stadt Herford.

Mischwasserkanal sei bereits überlastet

„Die Stadt Herford hat in Stedefreund ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet, das im Widerspruch zum vorgestellten Klimaschutzprogramm steht“, sagt Hartmut Brockmann, Vorstandsmitglied des Vereins. Die etwa 75 Wohneinheiten, die auf der Ackerfläche entstehen sollen, zögen erhebliche Auswirkungen auf den Ortsteil Stedefreund mit seinen 1500 Einwohnern nach sich.

„Der vorhandene Mischwasserkanal in Stedefreund ist schon jetzt überlastet. Deshalb ist geplant, die im neuen Baugebiet anfallenden Regenmengen von Dächern, Straßen und befestigten Wegen in einem Rückhaltebecken aufzufangen und anschließend in die Holtbeke im Naturschutzgebiet einzuleiten“, heißt es in der Stellungnahme des Vereins.

Verkehrsprobleme erwartet

Beigeordneter Dr. Peter Böhm bestreitet die Pläne nicht, er verweist allerdings darauf, dass für die Umsetzung verschiedener Vorhaben zunächst Genehmigungen eingeholt werden müssen. „Wir sind in der Planungsphase. Selbstverständlich müssen wir uns mit dem Kreis Herford in Verbindung setzen, um beispielsweise eine Einleitgenehmigung zu erhalten“, sagt Dr. Böhm. Auch für andere Maßnahmen werde es eine enge Abstimmung mit den zuständigen Behörden geben. Und schließlich werde man im März auch die Kommunalpolitik erneut über den Planungsstand informieren.

Mit erheblichen Verkehrsproblemen in Folge des Neubaugebietes rechnet Richard Adriaans. Der Vorsitzende des Vereins erklärt, dass Stedefreund über keine Infrastruktur verfüge und man selbst für eine Tüte Brötchen ins Auto steigen müsse. Der Individualverkehr würde – entgegen der angestrebten Klimaziele – mit geschätzt zusätzlich täglich 600 bis 800 Fahrbewegungen weiter gesteigert.

Beigeordneter kommentiert Zahlen nicht

Die Zahlen möchte Dr. Peter Böhm nicht kommentieren. „Es ist aber klar, dass mit einem Neubaugebiet auch der Verkehr zunimmt. Diese Debatte haben wir aber in jedem Baugebiet, das wir neu ausweisen“, betont der Herforder Beigeordnete.

Dennoch wiederholen die Anwohner ihre Kritik. Das geplante Baugebiet liege fünf bis sechs Kilometer von Herfords Stadtzentrum entfernt und widerspreche den bisherigen Planungskonzepten der Stadt Herford.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7196847?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F