Mo., 10.02.2020

Orkantief verursacht in Herford relativ geringe Schäden „Sabine war echt in Ordnung“

Aauf der Werrestraße gegenüber dem Ravensberger Gymnasium krachte diese 15 Meter hohe Buche auf ein geparktes Auto.

Aauf der Werrestraße gegenüber dem Ravensberger Gymnasium krachte diese 15 Meter hohe Buche auf ein geparktes Auto. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Am Ende war es viel Wind um fast nichts: Das Orkantief „Sabine“ hat im Kreis Herford längst nicht so stark gewütet wie befürchtet. Es blieb bei geringen Sachschäden. Die Feuerwehren wurden zu 75 Einsätzen gerufen.

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Das Wichtigste: Niemand wurde verletzt“, bilanziert Herfords Wehrsprecher Christoph Büker, der am Morgen danach erst einmal kräftig durchatmet – und zwar vor Erleichterung. Denn erst im Hellen wird klar, was der Sturm angerichtet hat beziehungsweise eher was nicht. Dabei peitschten die Böen in der Nacht beängstigend laut durch die Straßen.

Bis Montagmittag gibt es lediglich zwei wetterbedingte Einsätze – die Nummern 14 und 15 in der Hansestadt. Und die sind kaum der Rede wert. Ein Bäumchen liegt auf der Waldstraße in Elverdissen. Ritzeratze – ruckzuck ist der Stamm mit der Handsäge zu Kleinholz verarbeitet, die Strecke wieder frei. Ein anderes Exemplar hängt in der Versorgungsleitung der Straßenbeleuchtung in Stedefreund. Westfalen Weser kümmert sich darum.

Es sind hauptsächlich umgestürzte Bäume, die die Feuerwehren auf den Plan rufen – unter anderem auf der B239 in Höhe Mc Donald’s, der Pödinghauser Straße in Eickum sowie der Senderstraße in Schwarzenmoor.

15 Meter hohe Buche kracht auf Auto

Der dickste Brocken – eine etwa 15 Meter hohe Buche – wird gegen 20 Uhr auf der Werrestraße entwurzelt. Von einem Grundstück kracht sie auf ein am RGH geparktes Auto und reißt eine Laterne mit sich. Einen Grund für den milden Sturmverlauf erklärt Christoph Büker: „Die Bäume sind noch nicht belaubt und bieten somit weniger Angriffsfläche.“

Günter Freese vom SWK-Gründflächenamt kann „nichts Dramatisches“ vermelden. „Im Tierpark droht ein Baum ins Luchs-Gehege zu stürzen. Den werden wir kappen.“ Ansonsten sei es ruhig. Manche Schäden könnten aber erst im Laufe der Woche entdeckt werden.

Kreisbrandmeister Bernd Kröger sagt: „Zum Glück traten nur schwere Sturmböen, aber keine prognostizierten Orkanböen auf.“ In Vlotho traf ein umgestürzter Baum eine Garage. In Enger wurden Teile eines Gerüstes mit der Drehleiter gesichert. In Spenge sind Teile eines Pools ins Gebäude geschlagen.

Bis Mitternacht waren die 200 Kräfte in den örtlichen Einsatzabschnittsleitungen aktiv. Da sich die Lage danach entspannte, wurde das Personal nach und nach abgezogen. Die Feuerwehr warnt allerdings weiter vorm Betreten der Wälder. Auch am Dienstag noch können schwere Sturmböen auftreten.

Insgesamt aber ist bisher alles glimpflich ausgegangen – kein Vergleich zu „Kyrill“ und „Friederike“. Oder wie Norbert Rode vom Aufräum-Trupp des Kreises sagt: „Sabine war echt in Ordnung.“

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