Bildergeschichten: Museums-Ausstellung soll Augen für Vielfalt öffnen – Samstag Eröffnung
„Wer wären wir ohne den Garten Eden?”

Herford (WB). Ein aus dem Irak geflüchteter Christ, der in Jordanien lebt, junge Frauen, die sich selbstbewusst vor der Kamera präsentieren: Mit vielen Klischees, die über den Nahen Osten kursieren, räumt die Fotografin Katharina Eglau auf. Ihre „Bildergeschichten“ sind ab Samstag im Pöppelmann-Haus zu sehen.

Freitag, 14.02.2020, 10:48 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 11:08 Uhr
Katharina Eglau zeigt das Bild einer modernen jungen Frau aus dem Irak. Es entspricht nicht den Klischees, die mit dem Nahen Osten verbunden sind. Foto: Hartmut Horstmann
Katharina Eglau zeigt das Bild einer modernen jungen Frau aus dem Irak. Es entspricht nicht den Klischees, die mit dem Nahen Osten verbunden sind. Foto: Hartmut Horstmann

2010 begann in Tunesien der Arabische Frühling, der auf viele Länder übergriff und deutliche Veränderungen mit sich brachte. Gleichzeitig allerdings wird der Nahe Osten vor allem als Krisenregion wahrgenommen. Katharina Eglau, die mit ihrem Ehemann, dem Nahost-Korrespondenten Martin Gehlen, in Tunesien lebt, setzt in den Bildern der Ausstellung jedoch weniger auf Krise, sondern auf Chance, auf Aufbruch.

Auf den Fotografien zeigt sie buntes Alltagsleben und religiöse Vielfalt. Vollverschleierte Frauen, wie man sie aus westlicher Klischeesicht erwarten würde, sind die absolute Ausnahme.

„Mensch in Herford“

Für Museumsleiterin Sonja Langkafel ist wichtig, dass es sich bei der Ausstellung um ein „Gesamtkunstwerk“ handelt. So sind auch die Volkshochschule und das Diakonische Werk mit dabei. Die Kooperation zeigt sich vor allem im Rahmenprogramm. Doch gab es mit der VHS zum Beispiel auch einen Fotoworkshop, in dem Geflüchtete unter Leitung des Fotografen Max Burow mit der Kamera Herford erkundeten. Dort entstandene Fotografien sind auf einer Leinwand zu sehen.

Einen weiteren fotografischen Ansatz steuert der Herforder Jürgen Escher bei. Seine vor Jahren entstandene Porträt-Ausstellung „Mensch in Herford“ wird in der Stadtbibliothek gezeigt. Sie enthält Bilder von Herfordern, die aus anderen Städten oder Ländern kommen – also als Zugewanderte begriffen werden können.

„Wir und hier – Religion im Gespräch“ heißt der Beitrag des Diakonischen Werkes, der im Lauf der Ausstellungszeit noch verfeinert werden soll. Auf die Anfänge des Christentums im Zweistromland verweist Holger Kasfeld (Diakonisches Werk). „Was wären wir ohne den Garten Eden?”, fragt er. Von der Ausstellung erhofft es sich den Impuls, die Augen für die religiöse Vielfalt zu öffnen.

Das Programm

Die Ausstellung wird am Samstag, 15. Februar, um 16.30 Uhr eröffnet. Die Einführungsrede hält der Nahost-Korrespondent Martin Gehlen. Musikalische Begleitung: Hosam Abrahim. Bis zum Ausstellungsende am 3. Mai gibt es ein Begleitprogramm.

Veranstaltungen im Museum :

25. Februar, 19 Uhr: Charlotte Wiedemann (Journalistin und Autorin) spricht über den Iran.

2. März, 18 Uhr: Wir und hier – Religion im Gespräch.

12. März: Kristin Helberg (Journalistin und Autorin) über Syrien und Syrer in Deutschland.

26. März, 19 Uhr: Hannelore Kröger (Archäologin): Leben und Arbeiten in Jordanien.

Hinzu kommt die Ausstellung „Mensch in Herford“ in der Stadtbibliothek : 23. April, 19 Uhr: Lesung mit Musik mit Dorothee Glück und Fadi Youssef.

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